Reise blog von Travellerspoint

Einzigartige Natur auf Flores

Liebe Leser,
seit unserer Rückkehr von Osttimor sind schon wieder einige Tage wie im Flug vergangen, von denen ich euch hier berichten werde. Am Montag landeten wir auf Bali und reisten wieder in Indonesien ein. Der Flughafen befindet sich im Süden der Insel, den wir zuvor noch gar nicht besucht hatten. In der Stadt Kuta gibt es mehr Touristen als Einwohner. Pauschalreisende treffen auf Backpacker, Luxushotels reihen sich am Strand aneinander und die Urlauber trinken Cocktails in den zahlreichen Strandbars, essen Nasi Goreng oder Burger in Restaurants oder gehen Souvenirs shoppen. Der Strand in Kuta, wo abends ordentlich gefeiert wird und der auch an den Ballermann von Mallorca erinnert, wird tagsüber am liebsten zum ersten Surfversuch genutzt. Aus diesem Grund kann man die Touristen beobachten, die sich stolz für zu viel Geld ein Surfboard leihen, sich kühn in die Wellen stürzen und von jeder einzelnen Welle umgeworfen werden. Die Könner befinden sich weiter draußen im Meer, wo die Wellen noch größer sind. Nach sagenhaften Sprüngen, klemmen sie sich ihr Brett unter den Arm, laufen oberkörperfrei durch die touristischen Gassen und lassen das ein oder andere Mädchenherz dabei höher schlagen. Auch Kamil wollte sich nach Lombok noch nicht geschlagen geben und startete noch an diesem Tag einen neuen Surfversuch. Ehrgeizig blieb er noch bis zum Sonnenuntergang dran und schaffte es dann letztendlich doch, manche Wellen mitzunehmen. Ich blieb derweil am Strand, genoss die Abendsonne und beobachtete meinen Freund als schwarzen Schatten vor der untergehenden Sonne. Ich entschied mich, dass ich auf Lombok bereits genug Salzwasser geschluckt hatte und brauchte nach den Strapazen in Osttimor etwas Entspannung.
Am Dienstag startete unser Flugzeug, zu meiner Begeisterung ein kleines mit Propellern, auf die Insel Flores. Sie sollte die letzte Insel sein, die wir auf dieser Reise besuchen würden. Am Flughafen in Maumere angekommen, erwarteten uns bereits hartnäckige Taxifahrer. Da wir schon vorher entschieden hatten, uns für die fünf Tage dort einen Privatfahrer zu nehmen wie auf Bali, handelten wir die Preise knallhart herunter und fanden schließlich einen Fahrer. Ein guter Handeltipp: Wenn jemand nicht mit deinem angebotenen Preis zufrieden ist, sich einfach bedanken und weggehen. Dann bekommt man meistens ein “okay, okay” hinterhergerufen und die Sache ist geritzt. Bevor gar nichts verdient wird, doch lieber etwas. Außerdem waren wir ja so etwas wie gefundenes Fressen. Fünf Tage nacheinander Geld zu kassieren, kommt in der Nebensaison eben nicht so oft vor. Uns erwartete auf Flores der wohl beste Road Trip unserer Reise. Das 660km lange Sträßchen führt über die gesamte Insel und man begegnet freundlichen Menschen, lebendigen Traditionen und umwerfenden Landschaften. Flores eröffnete sich uns wieder als ein ganz eigener Teil von Indonesien. Die Kultur ist anders, die Religion ist überwiegend christlich und die Menschen sind auch anders, die hier eher einen Reggae-Lifestyle haben. Die Strecke ist für Tagesetappen wie gemacht und wir befinden uns nun schon in der Inselmitte, in Bajawa. Weite Teile der Insel und ihre Wälder bleiben in Unberührtheit, denn Großstädte gibt es hier nicht. In den Dörfern leben die Menschen in einfachen Verhältnissen und arbeiten als Bauern oder Fischer. Vergeblich suchten wir beispielsweise nach einem Einkaufsmarkt. Hier muss man sich mit kleinen Ständen zufriedengeben. Wir fuhren durch die bewaldete Gebirgskette und staunten über die wunderschöne, unberührte Natur, die sich hier einem bietet. Wie auf Bali ist alles unglaublich grün, aber um einiges wilder. Man hat immer das Gefühl, man fährt mitten durch den Jungle. Hin und wieder ragen Vulkane mit 2000m in die Höhe, die ich mir hier so gerne anschaue. In den letzten drei Tagen fuhren wir also vom Osten der Insel Richtung Westen bis zur Inselmitte. Am ersten Abend lernten wir Jakub und Tania aus der Slovakei kennen, die sich am nächsten Tag mit uns ein Auto zum aktiven Vulkan Kelimutu teilen wollten. Gemeinsam bestaunten wir am Dienstag die drei Kraterseen, die alle verschiedene Farben haben. Der eine See ist derzeitig schwarz, der andere ist von einem schönen Türkis und der dritte ist blau-grau. Sie wechseln nach einiger Zeit faszinierender Weise die Farben, da das Wasser in immer tiefere Gesteinsschichten vordringt und dadurch unterschiedliche Mineralien löst. So konnten wir an diesem Tag rote und orangene Schlieren in einem der Seen erkennen. Also vielleicht ist er nächstes Jahr rot. Weiter ging unsere Fahrt mit einem kurzen Durchgangsstopp am Meer und in der größten Stadt der Insel Ende. Endlich kamen wir dann gestern Abend in Bajawa an. Wie schön die Straße auch ist, uns wird es regelmäßig aufgrund der vielen Kurven und Serpentinen schlecht und brauchen daher immer mal wieder Pausen, woraufhin unser Fahrer mit einem lauten Lachen reagiert. Bajawa liegt hoch im Gebirge und ist umgeben von Vulkanen. Das Klima ist hier etwas kühler, was sich für mich jedoch schon eiskalt anfühlte. Nach 5 Wochen 30 Grad bin ich nicht mehr nur am Schwitzen, sondern empfinde es schon als normale Temperatur. Ich habe mich an die hohe Luftfeuchtigkeit und die tägliche Hitze gewöhnt. Ich frage mich, wie ich die herbstlichen Temperaturen in Deutschland überstehen werde. Den heutigen Tag verbrachten wir in der Umgebung von Bajawa. Unser erster Weg führte uns in ein traditionelles Dorf namens Bena. Es besteht aus einigen Wohnhäusern mit Vordächern aus Bambus. Kleiner Bauten sind Geister- und Ahnenhäuschen. Zwischen den Häusern gackern Hühner oder man trocknet Nelken oder Muskatnüsse. Die Frauen beschäftigen sich meist damit, Schals zu weben, die man am Eingang aus irgendeinem Grund umgehängt bekommt und ihn im Dorf tragen muss. Nach einer kurzen Entspannung in den Heißen Quellen liefen wir durch Reisfelder noch zu einem Wasserfall. Bereits am Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück. Ihr müsst wissen, auf so einer langen Reise braucht man zwischendurch manchmal auch Zeit für sich, mal durchzuschnaufen und die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Außerdem machen besonders Kamil Nebenwirkungen der Malaria-Tabletten zu schaffen, die wir seit Osttimor regelmäßig einnehmen. Wir hoffen, das gibt sich noch mit der Zeit.
Die letzte Woche in Indonesien ist heute angebrochen und so langsam vermisse ich mein gewohntes Umfeld, meine Freunde und meine Familie. Wie jedes Jahr kehrt bei uns ab der fünften Woche die sogenannte Reisemüdigkeit ein. Die Energie nimmt langsam ab und man freut sich auf zu Hause und ich vor allem auf die europäische Küche. Jeden Morgen, wenn ich in ein komisches Toast beiße, stelle ich mir vor, es sei ein Bauernbrot mit Schinken und einem Stück Käse. Auch andere Fleischsorten als Hühnchen gibt es hier kaum und Salat und Rohkost versuchen wir aufgrund der Keime zu meiden. Es gibt viele Dinge, die wir zu Hause täglich essen und uns nichts dabei denken, die es aber hier einfach nicht gibt. Hier ernährt man sich morgens, mittags, abends von Reis, Nudeln und Hühnchen mit Gemüse, was auch lecker sein kann, aber eben wenig abwechslungsreich. Manchmal gibt es auch Western Food, als Pizza und Burger, was aber auch anders schmeckt als zu Hause. Was hier aber besonders lecker ist, sind die Früchte, wovon wir in Deutschland nur träumen können. Erst gestern wurde mir eine Mango geschenkt, die einfach nur köstlich und ein einziges Geschmackserlebnis war.

Viele liebe Grüße, eure Franzi

Kamil surfend auf Bali, Kuta
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Abflug nach Flores
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Am Strand auf Flores
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Kelimutu Vulkan mit Jakub und Tania
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Traditionelles Dorf
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Heiße Quellen
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Eingestellt von franzijacob 04:52

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