Reise blog von Travellerspoint

Unser Highlight - Die Komodo Inseln

Liebe Leser,
unsere Reise ist nun fast vorbei und das ist hiermit leider schon der letzte Blogeintrag für dieses Jahr. Die sechs Wochen gingen so schnell vorbei, aber gleichzeitig fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, weil wir so unglaublich viel gemacht und erlebt haben.
Freitag und Samstag verbrachten wir noch auf Flores und führten unseren fünftägigen Roadtrip über die Insel Richtung Westen fort. Wir besuchten Einwohner, die den berühmten Palmenschnaps aus Kokosmilch brauten und stellten einmal mehr fest, wie wunderschön die Natur auf Flores mit all den Wasserfällen und grünen Pflanzen ist. Was ich als besonderes Erlebnis empfand, war der Besuch eines weiteren traditionellen Dorfes. Wie schon im letzten leben die Leute dort in kleinen Hüttchen mit Dächern aus Stroh. Hier wurden wir sofort von ein paar Einwohnern in eine Hütte eingeladen und kamen mit ihnen ins Gespräch. Nachdem wir den Schnaps dankend in der glühenden Mittagshitze abgelehnt hatten, wurde uns über das Leben in dem Dorf berichtet, worüber ich später noch lange nachdenken musste. Es leben nämlich sieben Familien inklusive 27 Kinder in einer Hütte! Für uns unvorstellbar. Die Jungs erzählten uns, sie gehen extra auf eine Schule, wo man englisch und deutsch lernt, um später im Tourismus arbeiten zu können. Das ist hier nämlich manchmal die einzige Chance, um sich selbst ein besseres Leben zu ermöglichen. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass es einfach nur pure Glückssache ist, wo man geboren wird und man viel dankbarer sein muss für das, was man hat. Am nächsten Tag fuhren wir noch an den berühmten Spider Reisterassen vorbei, die in Form eines Spinnennetzes angelegt wurden und machten einen Stopp bei einer Höhle, wo einst die Knochen des Homo Florensis, einer anderen Menschenart gefunden wurden. Unsere Flores Tour endete schließlich in Labuan Bajo, der westlichsten Stadt von Flores. Von dort kann man Touren in den Komodo Nationalpark machen, was auch unser Plan war. Wir buchten eine Tour für zwei Tage mit einer Nacht auf dem Boot und am Sonntag früh ging es auch schon los. Der Komodo Nationalpark besteht aus vielen kleinen Inseln, wo niemand lebt und man auf pure Natur trifft. Beispielsweise gibt es den sogenannten Komododrachen, Warane, die nur dort auf der Welt zu finden sind. Das wahre Leben dort spielt sich jedoch unter Wasser ab. Man kann dort unglaublich bunte Korallenriffe entdecken, wo man auch dem ein oder anderem Meerestier begegnet. Auf unserem Boot waren noch sieben weitere Reisende und vier Crewmitglieder inklusive Koch und Guide. Interessanterweise kam jeder aus einem anderen Land, aus China, den USA, Alaska und Frankreich, sodass wir uns gegenseitig austauschen konnten. Die Gruppe war wirklich cool und unser Guide auch, der sich gut mit der Natur und besonders mit der Unterwasserwelt auf Komodo auskannte und auch gut englisch konnte. Die Bootstour sollte wohl eines der Highlights auf unserer Reise werden und das krönenden Sahnehäubchen am Ende. Zum Einen habe ich meine Begeisterung dafür entdeckt, für längere Zeit auf einem Boot zu wohnen. Man kann jederzeit einfach ins Meer springen, um sich abzukühlen, anschließend auf dem Deck entspannen, viel Fisch essen und das Meer, welches ich liebe, ist immer um einen herum. Gerade weil unsere Gruppe so klein war, war die Stimmung untereinander immer gut. Zum anderen waren die zwei Tage voll unglaublich vieler, verschiedener Erlebnisse. Zunächst steuerten wir die Rinca Insel an, um die berühmten Komodo-Warane zu sehen. Man sagt auch, es sind Drachen, da sie ein wenig so aussehen. Die Zunge kommt hin und wieder wie bei einer Schlange heraus und die Tiere liegen faul auf dem Boden, was aber auch täuschen kann. Sie können nämlich bis zu 20kmh schnell sein und es wurden auch schon Menschen angegriffen. Aus diesem Grund blieb stets ein Ranger an unserer Seite, während wir über die Insel spazierten. Ich finde diese Tiere faszinierend, da sie zwar nur einmal im Monat fressen, aber dafür auch sich gegenseitig und sogar die eigenen Kinder! Vor unserer Ankunft hatten sie gerade einen Büffel vertilgt, die man dort auch findet. Außerdem sehen sie ein wenig aus wie eine Eidechse und auch ein wenig wie ein Krokodil. Man findet sie nur auf den Komodo Inseln und nirgends sonst auf der Welt. Nach einer weiteren Insel, wo wir auf einen Berg kletterten und von dort einen fantastischen Blick auf das klare Meer mit den Korallenriffen hatten, steuerten wir die Insel Padar an, wo das Meer ruhig ist und man die Nacht gut verbringen kann. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang flogen dutzende, riesige Fledermäuse von der Insel in den dämmrigen Himmel empor. Ungefähr eine halbe Stunde lang konnten wir dieses Spektakel beobachten, bevor es dunkel wurde. Ganz dunkel wurde es jedoch nie, denn schon zeigte sich uns ein Sternenhimmel, wie ich es noch nie in meinem Leben gesehen hatte. Wir sahen sogar die Milchstraße! Und so unglaublich viele, viele Sterne. Nachdem wir eine Nacht in unserer Bootskabine verbracht hatten, wurden wir pünktlich um 5 Uhr morgens zum Sonnenaufgang geweckt. Zusammen wanderten wir zum Aussichtspunkt auf Padar, wo man nicht nur einen fantastischen Ausblick hatte, sondern auch die aufgehende Sonne hinter dem Meer sehen konnte. Der Tag fing also schon einmal fantastisch an. Nach dem Frühstück an Board (langsam fange ich an, Nudeln auch schon zu frühstücken) ging es auch schon weiter zu einem Pinken Strand. Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Der Strand ist wirklich pink. Ich wusste es bis gestern auch noch nicht, dass es so etwas gibt. Rote Korallenreste, die sich wie Sand anfühlen, werden an die Küste gespült und so entsteht ein pinker Strand. Das Wasser ist unglaublich klar und hellblau. Manchmal fühlt man sich deshalb eher in einem Pool als im Meer. Da sich das wahre Leben der Komodo Inseln jedoch unter Wasser abspielt, standen zunächst zwei Schorchelpunkte auf dem Plan. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf einer paradiesischen Sandbank, erhofften wir uns, Mantas zu sehen. Wie schon erwähnt, hatte unser Guide wirklich viel Ahnung, wo sie zu finden sind und suchte sie vom Boot aus. Da das Wasser so klar ist, sieht man die großen, schwarzen Tiere nämlich schon tatsächlich vom Boot. Als er welche entdeckte, rief er laut “Jump” und wir sprangen samt Schnorchel ins Meer. Eine zeitlang schnorchelten wir den Mantas hinterher, die sich circa 7 Meter unter uns befanden. Weder auf den Malediven oder sonst wo hatte ich bis jetzt Mantas gesehen und ich bin glücklich, diese faszinierenden Tiere endlich mal gesehen zu haben. Doch Mantas sollten nicht die einzigen Meerestiere neben Fischen und Seesternen sein, die wir an diesem Tag sichten sollten. Der Guide schnorchelte mit uns noch weiter zu einem Punkt, wo manchmal Schildkröten zu sehen sind. Und tatsächlich sahen wir einige, die sogar manchmal an die Wasseroberfläche kamen. Die Krönung war jedoch ein Delfin, den ich zufällig im Meer entdeckte, der hin und wieder mit seiner Rückenflosse auftauchte. Ich hatte noch nie vorher Delfine im Meer gesehen. Das wir so viele Tiere entdeckten, ist jedoch nicht der Regelfall. Manchmal kommt es auch vor, dass man auf einer Tour gar keine zu Gesicht bekommt. Man befindet sich eben in der wilden Natur. Da gibt es keine Garantie und man muss einfach Glück haben. Ein wenig traurig kamen wir abends wieder im Hafen an und die Tour war schon zu Ende. Ich hätte mindestens noch eine weitere Nacht auf dem Boot verbringen können. Selbst nur damit um die verschiedenen kleinen Inseln zu schippern hat mir schon Spaß gemacht. Heute unternahmen wir noch einen Tagesausflug mit einem älteren polnischen Pärchen, mit welchem wir zufällig vor 4 Wochen auf Java im gleichen Bus saßen und uns wieder erkannten. Mit einem Boot fuhren wir zu einer Höhle. Man denkt zunächst, ganz cool, aber nichts besonderes. Wir haben auf unseren Reisen schon so viele und größere Höhlen gesehen. Das besondere ist jedoch, dass es in dieser Höhle einen Zugang zum Meer gibt und sich dort ein See mit Salzwasser gebildet hat. Man kann also in dieser Höhle schwimmen, was auch eine neue Erfahrung für uns war. Das Wasser war glasklar und von einem schönen Blau. Anschließend besuchten wir noch einen paradiesischen Strand, schnorchelten dort ein wenig, schauten uns ein weiteres Mal die bunten Korallen an und entspannten uns anschließend. Wehmütig verabschiedeten wir uns von diesem besonders schönen Flecken auf unserer Erde mit dem Gedanken, dass es morgen nach Jakarta und dann nach Hause geht.
Abschließend kann ich zu dieser Reise sagen, dass es eine der besten war, die ich bisher gemacht habe. Indonesien ist ein wunderschönes und vielseitiges Land. Jede Insel ist anders: die Menschen sind anders, die Kultur ist anders und die Insel an sich auch. Es wird also niemals langweilig! Jede Insel hielt Highlights für uns bereit: die Vulkane auf Java, die Reisterrassen auf Bali, die Traumstrände auf Lombok, die verrückte Fischerbootfahrt in Osttimor, die wunderschöne Natur auf Flores und die Komodo Inseln. Es ist unglaublich und unbeschreiblich, was wir hier sechs Wochen lang jeden Tag erleben durften. Dies zeigte mir wieder, warum ich es liebe um die Welt zu reisen. Es bedeutet für mich Freiheit, einzigartige Orte entdecken, in Kontakt mit anderen Kulturen und Menschen zu treten, neue Perspektiven und Sichtweisen auf manche Dinge zu haben und dazuzulernen. Man ist niemals derselbe Mensch, der auf die Reise aufgebrochen ist wie der, der nach der Reise wieder ins Flugzeug steigt. Verschiedene Erfahrungen und Erlebnisse prägen einen und werden für immer mir gehören, weshalb sie so wertvoll sind. Ich bin neugierig auf andere Länder und könnte morgen sofort wieder zur nächsten Reise aufbrechen. Andererseits ist es auch schön ein Zuhause zu haben, wohin man immer wieder zurückkehren kann. Am meisten werde ich den endlosen Sommer hier vermissen. Ich habe Indonesien bereits in mein Herz geschlossen und mich an das Leben dort gewöhnt. Ich kenne die aktuellen Hits und kann inzwischen auf Busfahrten schon mitsingen, 3 mal am Tag Mie Goreng (Nudeln) essen, sich durch den verrückten Verkehr kämpfen mit gefährlichen Überholmanövern und Hupkonzerten, die lauten Gebetsrufe beim Abendessen aus den Moscheen, Kinder, die mit dir Selfies machen wollen, jeden Tag den Koffer packen, um weiter zu reisen… Das und so vieles mehr werde ich vermissen.
Ich hoffe, es ist mir gelungen, liebe Leser, euch imaginär auf diese Reise mitzunehmen. Natürlich können Worte, Erzählungen oder Fotos niemals die wahren Erlebnisse ersetzen.
Deshalb packt eure Sachen und entdeckt unsere Welt. Ihr werdet es nicht bereuen! Ich habe bereits wieder Ideen für die nächste Reise…

Bis zum nächsten Jahr, eure Franzi

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Im traditionellen Dorf
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Komodo Islands
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Eingestellt von franzijacob 07:00

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