Reise blog von Travellerspoint

Die Gili-Islands und Lombok

Liebe Leser,
am Samstag verließen wir Bali und auch meine Schwester, die den langen Nachhauseweg antrat und inzwischen gut angekommen ist. Für uns ging es weiter auf die nächsten Inseln. Zunächst auf die Gili-Islands, die aus drei kleinen Inseln bestehen und schon zu Lombok gehören. Wir suchten uns für die nächsten zwei Tage die kleinste und damit auch die ruhigste der Inseln aus, Gili-Meno. Schon innerhalb einer halben Stunde kann man zu Fuß die gesamte Insel umrunden und sie entpuppte sich so, wie man sich eine kleine, tropische Insel eben so vorstellt. Hellblaues, klares Wasser, weiße einsame Sandstrände, Palmen und exotische Pflanzen in der Inselmitte, durch die sich Sandwege schlängeln. Am Strand kam hin und wieder eine Frau vorbei, auf dem Kopf ein Korb voller Mangos, Ananas und Kokosnüsse tragend, die uns etwas davon verkaufen wollte. Die Mango schmeckte köstlich! Da es weder Motorräder, geschweige denn Autos gibt, bewegen sich die Leute dort auf kleinen Kutschen fort. Da wir während unseres Aufenthaltes dort nur drei anderen Touristenpärchen begegneten, fragten wir uns, ob es dort tatsächlich immer so ruhig zugeht oder nur die Folge des Erdbebens ist. Im August erschütterten nämlich mehrere Erdbeben die Gili-Inseln und vor allem Lombok, woraufhin alle Leute evakuiert werden mussten. Erdbeben gibt es jetzt keine mehr, sonst wären wir natürlich auch nicht dorthin gefahren. Aber die Schäden sind deutlich sichtbar. Bei unserem Spaziergang um die Insel sahen wir ganze Hotelanlagen, Wohnhäuser, Bungalows und Strandbars wie Kartenhäuser eingestürzt, was wirklich ein trauriger Anblick inmitten dieses Paradieses darstellte. Was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, wird plötzlich Wirklichkeit. Von hier und da hörte man ein Hämmern und Klopfen. Die Aufbauarbeiten fangen gerade erst an und es gibt noch viel zu tun, um die Schäden zu beseitigen.
Die zwei Tage verbrachten wir am Strand, entspannten uns, holten Schlaf nach und lebten in den Tag hinein.
Am Montag reisten wir dann nach Lombok, wo wir nun drei Nächte blieben und die Insel erkundeten. Noch am gleichen Tag liehen wir uns einen Roller und fuhren über Nord-West-Lombok. Dies ist wirklich die beste Methode, um eine Insel auf eigene Faust kennenzulernen. Auf dem Roller kann man jederzeit anhalten, wenn man möchte, einsame, schöne Strände finden und dort so lange bleiben bis man genug hat. Der Verkehr hält sich dort auch in Grenzen, sodass man sich nur an den Linksverkehr gewöhnen muss. Tankstellen gibt es nur äußerst selten, denn meist wird das Benzin in Flaschen am Straßenrand verkauft. Wir fuhren über kurvige, kleine Sträßchen, mal steil bergauf, wobei man einen herrlichen Blick auf das Meer und die Buchten hat, mal steil bergab durch die karge Landschaft von Lombok. Dann ging es durch einen Wald voller Affen, die am Straßenrand saßen und Plastiktüte von vorbeifahrenden Motorrädern klauten, in der Hoffnung darin was Essbares zu finden. Wir hatten zum Glück alles gut im Rucksack verstaut. Wir besuchten mehrere Strände, die so aussahen wie im Bilderbuch und menschenleer waren. Ein schöner Anblick gibt auf dieser Insel immer der zweithöchste Vulkan Rinjani ab, der meist in Wolken gehüllt ist. Ursprünglich hatten wir überlegt eine zweitägige Trekkingtour mit Übernachtung im Zelt zu unternehmen, um diesen Berg zu besteigen, aber nach dem Erdbeben ist er bis heute geschlossen. Als das Beben kam, mussten zahlreiche Touristen vom Berg gerettet werden, weil Steinschlag kam und es dort oben sehr gefährlich wurde. Auch auf Lombok sind die Schäden, besonders im Norden eindeutig. Auch hier haben viele Häuser große Risse, sind teilweise oder ganz eingestürzt. Die gesamte Insel ist gerade dabei, alles wieder aufzubauen. Schutt wird weg- und neues Material herantransportiert. Die Straßen werden ausgebessert und an den Häusern herumgeschraubt. Dazu fehlen noch die Einnahmen der Touristen, die meist den Lombok-Urlaub gecancelt hatten, obwohl nun keine Gefahr mehr besteht, wie wir in unseren Hotels erfuhren.
Heute reisten wir weiter in den Süden der Insel und besuchten auf dem Weg noch ein traditionelles Dorf, wo die Frauen Tücher und Sarongs webten. In Kuta angekommen, fuhren wir mit dem Roller an einen Surferstrand. Der Strand war unglaublich breit und aus feinem, weißen Sand. Das blaue Wasser wurde nur sehr langsam tiefer und die Wellen waren auch nicht so hoch, was für meinen ersten Surfversuch ganz gut war. Alle, die es schon mal ausprobiert haben, wissen, dass surfen nicht so einfach ist, wie es immer aussieht. Wir liehen nur ein Brett aus, damit einer helfen konnte und einer üben durfte. Zunächst muss man lernen, wie man am besten aufsteht, wie man auf dem Brett stehen muss und das Schwierigste - die Balance zu halten. Ich schluckte zwei Stunden lang jede Menge Salzwasser und das Brett schlug gegen meinen Kopf, aber dann schaffte ich es, auf zwei Wellen zu stehen, bevor ich wieder hinunterfiel und von der Welle verschluckt wurde. Nun ja, ich wollte schon immer mal Surfen ausprobieren, also ist das hiermit auch abgehakt. Den Rest des Tages, sowie den heutigen Tag verbrachten wir an verschiedenen Buchten.
Was mir an Lombok am besten gefallen hat? Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht von der Insel bin. Zum Einen ist sie viel untouristischer als Bali, was mir sehr gut gefällt. Zum Anderen hat sie auch viel schönere Strände zu bieten! Die Menschen sind uns wieder sympathischer und wollen uns nicht die ganze Zeit abzocken. Das Einzige, was ich an Bali schöner finde, ist die Natur, die wirklich einmalig ist und ich bisher nirgendwo so gesehen habe.
Wir sind nun schon 23 Tage unterwegs, über die Hälfte unserer Reise ist vorbei und ich muss sagen, ich will noch kein bisschen nach Hause. Ich fange an, mich an das Reiseleben zu gewöhnen. Man weiß nicht, welcher Tag gerade ist oder wie viel Uhr, weil es ohnehin meist keine Rolle spielt. Man wacht morgens auf und weiß, dieser Tag wird wieder schön, weil ich neue Orte kennenlerne, mit unbekannten Dingen konfrontiert werde oder neue Erlebnisse anstehen. Man kann jeden Tag das tun, worauf man gerade Lust hat, weil man keine Pflichten hat. Der Alltag zu Hause ist so weit entfernt, dass man daran fast nie denkt. Zum Glück liegen noch 2,5 Wochen vor uns, wovon ich euch in weiteren Einträgen berichten werde.
Wir haben uns heute spontan entschieden ein Flugzeug nach Bali zu nehmen, anstatt das Boot. Somit sparen wir Zeit und können uns den Süden Balis noch ein wenig anschauen bevor es nach Osttimor geht.

Bis dahin, eure Franzi

Gili-Islands
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Lombok
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Eingestellt von franzijacob 05:51

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