Reise blog von Travellerspoint

September 2018

Die Gili-Islands und Lombok

Liebe Leser,
am Samstag verließen wir Bali und auch meine Schwester, die den langen Nachhauseweg antrat und inzwischen gut angekommen ist. Für uns ging es weiter auf die nächsten Inseln. Zunächst auf die Gili-Islands, die aus drei kleinen Inseln bestehen und schon zu Lombok gehören. Wir suchten uns für die nächsten zwei Tage die kleinste und damit auch die ruhigste der Inseln aus, Gili-Meno. Schon innerhalb einer halben Stunde kann man zu Fuß die gesamte Insel umrunden und sie entpuppte sich so, wie man sich eine kleine, tropische Insel eben so vorstellt. Hellblaues, klares Wasser, weiße einsame Sandstrände, Palmen und exotische Pflanzen in der Inselmitte, durch die sich Sandwege schlängeln. Am Strand kam hin und wieder eine Frau vorbei, auf dem Kopf ein Korb voller Mangos, Ananas und Kokosnüsse tragend, die uns etwas davon verkaufen wollte. Die Mango schmeckte köstlich! Da es weder Motorräder, geschweige denn Autos gibt, bewegen sich die Leute dort auf kleinen Kutschen fort. Da wir während unseres Aufenthaltes dort nur drei anderen Touristenpärchen begegneten, fragten wir uns, ob es dort tatsächlich immer so ruhig zugeht oder nur die Folge des Erdbebens ist. Im August erschütterten nämlich mehrere Erdbeben die Gili-Inseln und vor allem Lombok, woraufhin alle Leute evakuiert werden mussten. Erdbeben gibt es jetzt keine mehr, sonst wären wir natürlich auch nicht dorthin gefahren. Aber die Schäden sind deutlich sichtbar. Bei unserem Spaziergang um die Insel sahen wir ganze Hotelanlagen, Wohnhäuser, Bungalows und Strandbars wie Kartenhäuser eingestürzt, was wirklich ein trauriger Anblick inmitten dieses Paradieses darstellte. Was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, wird plötzlich Wirklichkeit. Von hier und da hörte man ein Hämmern und Klopfen. Die Aufbauarbeiten fangen gerade erst an und es gibt noch viel zu tun, um die Schäden zu beseitigen.
Die zwei Tage verbrachten wir am Strand, entspannten uns, holten Schlaf nach und lebten in den Tag hinein.
Am Montag reisten wir dann nach Lombok, wo wir nun drei Nächte blieben und die Insel erkundeten. Noch am gleichen Tag liehen wir uns einen Roller und fuhren über Nord-West-Lombok. Dies ist wirklich die beste Methode, um eine Insel auf eigene Faust kennenzulernen. Auf dem Roller kann man jederzeit anhalten, wenn man möchte, einsame, schöne Strände finden und dort so lange bleiben bis man genug hat. Der Verkehr hält sich dort auch in Grenzen, sodass man sich nur an den Linksverkehr gewöhnen muss. Tankstellen gibt es nur äußerst selten, denn meist wird das Benzin in Flaschen am Straßenrand verkauft. Wir fuhren über kurvige, kleine Sträßchen, mal steil bergauf, wobei man einen herrlichen Blick auf das Meer und die Buchten hat, mal steil bergab durch die karge Landschaft von Lombok. Dann ging es durch einen Wald voller Affen, die am Straßenrand saßen und Plastiktüte von vorbeifahrenden Motorrädern klauten, in der Hoffnung darin was Essbares zu finden. Wir hatten zum Glück alles gut im Rucksack verstaut. Wir besuchten mehrere Strände, die so aussahen wie im Bilderbuch und menschenleer waren. Ein schöner Anblick gibt auf dieser Insel immer der zweithöchste Vulkan Rinjani ab, der meist in Wolken gehüllt ist. Ursprünglich hatten wir überlegt eine zweitägige Trekkingtour mit Übernachtung im Zelt zu unternehmen, um diesen Berg zu besteigen, aber nach dem Erdbeben ist er bis heute geschlossen. Als das Beben kam, mussten zahlreiche Touristen vom Berg gerettet werden, weil Steinschlag kam und es dort oben sehr gefährlich wurde. Auch auf Lombok sind die Schäden, besonders im Norden eindeutig. Auch hier haben viele Häuser große Risse, sind teilweise oder ganz eingestürzt. Die gesamte Insel ist gerade dabei, alles wieder aufzubauen. Schutt wird weg- und neues Material herantransportiert. Die Straßen werden ausgebessert und an den Häusern herumgeschraubt. Dazu fehlen noch die Einnahmen der Touristen, die meist den Lombok-Urlaub gecancelt hatten, obwohl nun keine Gefahr mehr besteht, wie wir in unseren Hotels erfuhren.
Heute reisten wir weiter in den Süden der Insel und besuchten auf dem Weg noch ein traditionelles Dorf, wo die Frauen Tücher und Sarongs webten. In Kuta angekommen, fuhren wir mit dem Roller an einen Surferstrand. Der Strand war unglaublich breit und aus feinem, weißen Sand. Das blaue Wasser wurde nur sehr langsam tiefer und die Wellen waren auch nicht so hoch, was für meinen ersten Surfversuch ganz gut war. Alle, die es schon mal ausprobiert haben, wissen, dass surfen nicht so einfach ist, wie es immer aussieht. Wir liehen nur ein Brett aus, damit einer helfen konnte und einer üben durfte. Zunächst muss man lernen, wie man am besten aufsteht, wie man auf dem Brett stehen muss und das Schwierigste - die Balance zu halten. Ich schluckte zwei Stunden lang jede Menge Salzwasser und das Brett schlug gegen meinen Kopf, aber dann schaffte ich es, auf zwei Wellen zu stehen, bevor ich wieder hinunterfiel und von der Welle verschluckt wurde. Nun ja, ich wollte schon immer mal Surfen ausprobieren, also ist das hiermit auch abgehakt. Den Rest des Tages, sowie den heutigen Tag verbrachten wir an verschiedenen Buchten.
Was mir an Lombok am besten gefallen hat? Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht von der Insel bin. Zum Einen ist sie viel untouristischer als Bali, was mir sehr gut gefällt. Zum Anderen hat sie auch viel schönere Strände zu bieten! Die Menschen sind uns wieder sympathischer und wollen uns nicht die ganze Zeit abzocken. Das Einzige, was ich an Bali schöner finde, ist die Natur, die wirklich einmalig ist und ich bisher nirgendwo so gesehen habe.
Wir sind nun schon 23 Tage unterwegs, über die Hälfte unserer Reise ist vorbei und ich muss sagen, ich will noch kein bisschen nach Hause. Ich fange an, mich an das Reiseleben zu gewöhnen. Man weiß nicht, welcher Tag gerade ist oder wie viel Uhr, weil es ohnehin meist keine Rolle spielt. Man wacht morgens auf und weiß, dieser Tag wird wieder schön, weil ich neue Orte kennenlerne, mit unbekannten Dingen konfrontiert werde oder neue Erlebnisse anstehen. Man kann jeden Tag das tun, worauf man gerade Lust hat, weil man keine Pflichten hat. Der Alltag zu Hause ist so weit entfernt, dass man daran fast nie denkt. Zum Glück liegen noch 2,5 Wochen vor uns, wovon ich euch in weiteren Einträgen berichten werde.
Wir haben uns heute spontan entschieden ein Flugzeug nach Bali zu nehmen, anstatt das Boot. Somit sparen wir Zeit und können uns den Süden Balis noch ein wenig anschauen bevor es nach Osttimor geht.

Bis dahin, eure Franzi

Gili-Islands
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Lombok
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Eingestellt von franzijacob 05:51 Kommentare (0)

Auseinandersetzung mit der Mafia auf Bali

Liebe Leser,
wenn wir Eines auf unseren Reisen gelernt hatten, dann dass man niemanden vertrauen darf. Nicht immer, aber oft kann die Freundlichkeit mancher Leute nur Fassade sein und dahinter verbirgt sich etwas anderes, meist nichts Gutes. Dieses Wissen half uns vermutlich bei unserer ersten Begegnung mit Gefahr in unserem Leben.
Der Mittwoch begann eigentlich ganz harmlos. Wir fuhren weiter mit unserem Fahrer über Bali und hielten hier und dort an ein paar hinduistischen Tempeln an, die hier auf Bali so anders sind, als die, die ich schon in anderen Ländern gesehen hatte. Bisher habe ich mit dem Hinduismus immer viele bunte, kitschige Figuren verbunden, mit denen die Tempel verziert werden. Hier sind die Tempel jedoch aus dunklem Stein aus Lava der umliegenden Vulkane. Außerdem haben die Tempel meist keinen Innenraum, sondern liegen draußen zwischen Blumen und Pflanzen. Steinerne Tierwesen bewachen die Eingänge durch die Tore. In einem Tempel kamen wir sogar rechtzeitig zu einer Zeremonie, wo dutzende Hindus in Sarongs auf dem Boden saßen und mit einer Art Weihwasser bespritzt wurden. Ein anderer Tempel lag komplett im Jungle inmitten von grünem Farn, Palmen und bunten Blumen.
In Südostasien kann man sich sehr leicht als Tourist abzocken lassen, wenn man zu ehrlich ist, nicht eindeutig nein sagt oder nicht gut handeln kann. Diesem Problem begegnet man hier ständig und zu unserer Frustration besonders auf Bali, was wir hier extrem lästig finden. Bei jedem Tempel werden versucht, Sarongs für viel Geld aufzuschwazen, wenn man 100m weiter einen kostenlos zum Leihen bekommt. Guides lehnten wir dankend ab und Frauen mit Holzfiguren, die uns hinterher liefen und unser Nein nicht akzeptieren wollten, ignorierten wir. Ihr könnt verstehen, dass das irgendwann sehr anstrengend wird. Deshalb dachten wir, wir kommen auch mit den aufdringlichen Guides am Gunung Batur klar, den wir noch am selben Tag nachmittags besteigen wollten. Auch er ist ein aktiver Vulkan neben dem noch höheren Gunung Agung. Beide brechen regelmäßig aus, das letzte Mal im Juli, und geben auf Bali immer eine schöne Kulisse ab. Die Vulkane ragen in die Höhe, manchmal von Wolken umgeben, rings um sie die grüne Natur, Reisfelder und schließlich das Meer. Das ist Bali! Unser Fahrer setzte uns dort ab und wir machten uns auf den Weg. Wir waren ganz allein dort, denn die ganzen Touristen bewegen sich zum Sonnenaufgang in Schlangen hinauf, weshalb wir dies ausließen und die Ruhe genossen. Nicht wissend, dass uns dies später zum Nachteil werden sollte. Zunächst liefen wir durch ein Dorf, wo Frauen Schnittlauch anlegten und Kinder spielten, dann durch einen Wald und schließlich einen steilen Weg hinauf durch trockene Gräser. Die Aussicht war wunderschön. Uns gegenüber dampfte der Gunung Agung vor sich hin und im Tal glitzerte ein großer See in der Sonne. Uns fehlten nur noch 15 Minuten bis ganz nach Oben und ich freute mich schon auf den Vulkankrater. An uns vorbei fuhren zwei Jungs auf einem Motorrad, die Hölzer hinauf zu einer kleinen hinduistischen Gebetsort brachten, die uns freundlich grüßten. Wir gingen weiter und kamen zu der Hindustätte, wo uns einer der Jungen fragte, woher wir kommen, woraufhin der übliche Small-Talk folgte. Er fragte uns, ob wir einen Guide brauchen. Wir lehnten dankend ab, denn der Weg war nicht schwieriger als manche Wanderwege in der Rhön und uns fehlten auch nicht mehr viele Höhenmeter bis zum Kraterrand. Wir wollten schon weitergehen, als uns der Junge verdeutlichen wollte, dass man ohne Guide nicht hinaufgehen dürfe. Diese Erfahrung hatten wir schon in anderen Orten auf Bali gemacht, beispielsweise am Sekumpul-Wasserfall. Die Leute wollen die Touristen davon überzeugen, dass man einen Guide nehmen muss, obwohl das nicht offiziell festgelegt ist. Im Internet und in zahlreichen Reiseführern steht, dass man den Gunung Batur auch ohne Guide besteigen darf. Am Wasserfall sind wir einfach vorbeigelaufen und haben die Leute ignoriert, was auch gut funktioniert hat. Außerdem waren dort so viele Touristen gewesen, dass wir gar nicht auffielen. Nicht so am Gunung Batur. Der Junge stellte sich uns in den Weg und hielt Kamil fest, der vorbeigehen wollte. Kamil stieß ihn etwas zu Seite und wir wollten einfach weitergehen und uns die Wanderung nicht von so aufdringlichen Leuten verderben lassen. Der Junge nahm tennisballgroße Steine in die Hand und schaute uns an. Dies war der Moment, wo mir bewusst wurde, dass es nun gefährlich werden konnte. Der Junge schaute mich an und holte schon mit dem Stein aus bis Kamil ihm eine Sekunde später sein Taschenmesser zeigte. Ein kurzer unsicherer Blick in den Augen den Jungen und er ließ die Steine sinken. Er wusste nun, er und sein Freund sind im Nachteil und wir sind auf so etwas vorbereitet, uns im Notfall verteidigen zu können. Bevor das alles noch ganz ausartete, traf ich die Entscheidung, dass wir wieder hinuntergehen würden und ging ein Stück hinab. Der Junge bat uns für 100000 Rupia (6 Euro) pro Person an, uns zu guiden. Aber wer möchte schon einen Guide haben, der uns zuvor mit Steinen bedroht hatte? Außerdem wollten wir keinen Cent an diese Kerle bezahlen und traten den Rückweg an, zunächst enttäuscht darüber, den Krater nicht gesehen zu haben. Dann überwog jedoch die Furcht. Was wäre, wenn der Junge noch weiteren Leuten Bescheid geben würde, die uns mit Motorrädern die Wege versperren würden? Gegen eine Gruppe hätten wir keine Chance gehabt und wir waren mutterseelenallein auf diesem verdammten Berg. Hier und da hörten wir Motorräder, mal von unterhalb des Berges, mal von Oberhalb. Sie umkreisten uns. Manchmal sahen wir sogar welche, die andere Wege an uns vorbei fuhren und uns mit ihren schwarzen Augen zornig anstarrten. Wir beeilten uns, so schnell wie möglich den Berg hinunter zugelangen. Als wir schließlich Internet hatten, riefen wir die deutsche Botschaft an und erklärten die Lage. Ob sie aber tatsächlich die Polizei verständigt hatten, wissen wir bis heute nicht. Wieder unten im Dorf angekommen, sollte man eigentlich meinen, man wäre wieder sicher, aber unser Instinkt sagte uns, dass immer noch etwas nicht stimmte. Die Leute grüßten uns freundlich, Kinder winkten uns zu, aber irgendwas war falsch. Als eine Frau mit Baby auf dem Arm uns fragte, wohin wir wollten, wussten wir auch, warum. Wir logen und sagten, wir wollten zu den Heißen Quellen hier ganz in der Nähe. Die Frau stieg samt Baby auf ihr Motorrad und folgte uns, um zu sehen, ob wir tatsächlich dorthin gingen. Ab diesem Moment wurde uns klar, dass das ganze Dorf mit in dieser illegalen Organisation steckte. Nach 200m nickte uns die Frau zu und fuhr an uns vorbei. Wir konnten erst aufatmen, als wir einen Pickup anhielten, der uns mit zum Hotel nahm. Manche von euch, liebe Leser, denken vielleicht, wir hätten etwas übertrieben. Aber nein. Im Hotel angekommen, fingen wir an zu googlen. Zuerst nur super Bewertungen von irgendwelchen Touristen, wie schön doch der Vulkan ist und wie nett der Guide. Dann fast schon versteckt Berichte von Leuten, die ähnliche Erfahrungen mit den angeblichen “Guides” gemacht haben wie wir. Auch im Internet wird über das aggressive Verhalten der Locals gesprochen, was meist sogar mit physischen Verletzungen der Touristen geendet hat. Wir fanden heraus, dass dahinter eine Mafia steckt, die im ganzen Gebiet um den Gunung Batur ihr Unwesen treibt und durch die unwissenden Touristen Profit schlagen. Das Schlimmste ist, jeder Tourist, der so einen “Guide” bucht, unterstützt diese Mafia. Weder im Hotel noch von unserem Fahrer wurden wir vorgewarnt, obwohl diese Organisation keinesfalls versteckt ist. Sie hat sogar eine Art Büro am Fuße des Berges in einem kleinen Verschlag. Im Hotel wurden wir nur gefragt, ob wir einen Guide hätten. Unser Nein wurde nur durch ein Lächeln beantwortet. Auch die Polizei macht einfach nichts dagegen! Vermutlich steckt sie auch noch mit drin. Noch den ganzen nächsten Tag waren wir etwas geschockt und entsetzt darüber, dass so etwas auf Bali passiert. Ich hätte es auf jeder anderen Inseln hier in Indonesien erwartet, aber nicht auf Bali. Trotzdem waren wir auch einfach froh, heil unten angekommen zu sein. Am Donnerstag wollten wir noch zwei weitere Tempel anschauen und wurden auch dort enttäuscht. Im Reiseführer und im Internet stande ein offizieller Eintrittspreis von 15000 Rupia (90 Cent), aber es gab nur Tickets für 60000 Rupia (3,60 Euro) zu verkaufen und wieder: inklusive Guide. Wir trafen dort noch ein spanisches Pärchen an, das genauso ratlos war, wie wir. Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit einem aggressiven Mann, der uns als respektlos beschimpfte, gingen wir ohne den Tempel angesehen zu haben. Die Polizei schritt lächelnd an uns vorbei. Wir hatten schon so viele Tempel auf Bali gesehen, da kam es jetzt auf den einen auch nicht mehr an. Das sollte wohl der Tiefpunkt auf dieser Reise gewesen sein, als wir alle schlecht gelaunt im Auto saßen und genervt von den Menschen auf dieser Insel waren. Als nächster Stopp stand ein Strand auf dem Plan namens Blue Lagoon. Das Wasser war wirklich unglaublich blau, was unsere Stimmung etwas anhob und wir entspannten uns. Später schauten wir uns noch einen idyllischen Wasserpalast, der größtenteils aus Pavillons in einem schönen Garten besteht. Das Ziel des Tages war Tulamben, eine Stadt im Osten Balis. Sie gilt als Taucherparadies auf der Insel, da ein Schiff, die “Liberty” aus dem 2. Weltkrieg versunken im Meer liegt, nur 5 Meter vom Strand entfernt. Katha und Kamil starteten heute einen Tauchgang, ich entspannte solange am Strand. Auf den Malediven fand ich heraus, dass tauchen nicht so mein Ding ist. Am Nachmittag schaute ich mir das Schiff schnorchelnd von Oben an. Es ist auseinandergebrochen und von Algen bewachsen. Schillernde Fische schwammen so nah heran und die Taucher bewegten sich 10 Meter unter mir. So etwas hat man nicht so oft auf dieser Welt, da Fracks meist weit draußen und viel tiefer auf dem Grund liegen. Ich freue mich schon, dass es morgen weitergeht. Wir verlassen Bali und fahren mit dem Boot auf die Gili-Islands und anschließend nach Lombok. Neue Erlebnisse stehen an und wir werden zu zweit weiterreisen, denn für meine Schwester geht es morgen nach Hause. Die Insel Bali hat mir sehr gut gefallen. Sie ist durch ihre Natur wunderschön. Vergesst jedoch nicht, dass Indonesien so viele Inseln mehr zu bieten hat als Bali, über 17000! Und manche sind es vielleicht sogar mehr wert besucht zu werden. Wer nur nach Bali fliegt, bekommt das wahre Indonesien nie zu sehen, da hier alles westlich beeinflusst wurde. Zu den Menschen hier muss ich ganz klar sagen, dass wir auf Java freundlicher behandelt wurden. Auf Bali hat man das Gefühl, dass man ständig abgezockt wird und auf Java kommt die Freundlichkeit meist von Herzen.

Viele Grüße von eurer Franzi

Tempel
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Gunung Batur
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Blue Lagoon
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Wasserpalast
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Tulamben
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Eingestellt von franzijacob 05:20 Kommentare (0)

Bali, du fruchtbare Insel

Liebe Leser,
nun sind wir schon seit Samstag auf Bali und haben hier schon einiges gesehen und die balinesische Kultur kennengelernt, die sich so sehr vom Rest Indonesiens unterscheidet. Schon auf unserer ersten Fahrt in einem klapprigen Bus vom Hafen zu der Stadt Lovina, im Norden Balis, bekamen wir einen kleinen Einblick in die Vielseitigkeit dieser Kultur. Eine Schar muslimischer Schulkinder in Kopftuch und Uniform stieg in den Bus ein und gleichzeitig legte ein Hindu Opfergaben an die Götter in seinem Vorgarten dar. Wir fuhren an Moscheen und an hinduistischen und buddhistischen Tempeln vorbei, hörten den muslimischen Gebetsruf und rochen die Räucherstäbchen. Besonders auffällig sind hier die Tempel in Miniform mit hinduistischen Götterfiguren, die vor jeder Haustür zu finden sind. Davor werden regelmäßig Blumen, Reis und Obst in einer kleinen Schale mit Räucherstäbchen geopfert.
Unsere ersten zwei Tage auf Bali verbrachten wir in Lovina, um uns etwas von den Strapazen und unserer anstrengenden Tour auf Java zu erholen und neue Kraft für unsere weitere Reise zu tanken. Lovina wurde schon früher als der Süden Balis (vielleicht ist euch Kuta bekannt) von den Holländern kolonialisiert und war früher das Touristenzentrum. Heute geht es dort jedoch eher ruhiger zu, aber natürlich trotzdem mit vielen Touristen und Restaurants und Shops an jeder Ecke. Lovina ist der Sammelbegriff vieler verschiedener Dörfer entlang der Küste. Abends kann man vom Strand aus die Fischerboote rausfahren sehen und an den Straße werden die Fische dann verkauft. Wir fanden ein super schönes Hotel für die zwei Tage mit Pool und Terrasse direkt am Meer, wo wir ausgiebig entspannten. Erwähnenswert sind die Sonnenuntergänge hier auf Bali, die ich zuvor noch nie so farbintensiv erlebt habe. Selbst wenn die Sonne schon hinter den Vulkanen Javas verschwunden ist, glüht der Himmel noch in Orange und Lila weiter bis man schließlich einen tollen Sternenhimmel inklusive Mars und Venus bewundern kann.
Wir entschieden uns für die vier darauffolgenden Tage auf Bali ein Auto plus Privatfahrer zu mieten. Im Internet wird immer wieder davor gewarnt, von der Polizei abgezockt zu werden, wenn man keinen internationalen Führerschein hat. Aus diesem Grund entschieden wir uns für den Fahrer, was auch recht günstig war und uns für die nächsten Tage entspanntes Reisen und mehr Zeit für Entdeckungstouren auf der Insel versprach, da man sich nicht immer wieder um eine neue Transportmöglichkeit kümmern musste.
Gestern ging es dann los. Wir verabschiedeten uns von unserer kleinen Entspannungsoase und erkundeten den Norden Balis. Die Region reizt ganz klar durch ihre Kontraste. In kurzer Zeit gelangt man von der heißen Küste ins kühle fruchtbare Hochland. Unser erstes Ziel war ein buddhistischer Tempel, nicht weit von Lovina und ganz anders als alle Tempel, die ich bisher gesehen hatte. Er ist nämlich wunderschön in die Natur voller bunter Blumen integriert und liegt zum größten Teil draußen. Große Buddhas schauen in die Ferne und die Idylle wird von Wassergeplätscher unterstrichen. Dieser Ort erinnerte mich wieder daran, warum ich buddhistische Tempel einfach am schönsten finde und dort zur Ruhe komme. An den heißen Quellen vorbei, wo man in drei Naturschwimmbädern baden kann, fuhren wir immer weiter ins Hochland. Bali ist eine unglaublich grüne und fruchtbare Insel. Die exotischen Pflanzen wuchern entweder in einem Jungle am Straßenrand vor sich hin oder werden ordentlich angebaut, wie Reis, Kakao und Kaffee, Erdbeeren, Ananas, Ginger und vieles mehr. Hin und wieder streiften Lianen unser Auto, als wir die kleinen kurvigen Straßen entlang fuhren. Man hat tatsächlich Angst während der Fahrt einzuschlafen, da man ja etwas verpassen könnte, was sich draußen abspielt oder was es zu sehen gibt. Sei es die balinesischen Frauen, die die Einkäufe vom Markt auf ihren Köpfen balancieren, spielende Kinder in verschlafenen Bergdörfern oder die Arbeiter auf den Reisfeldern - man möchte so viel wie möglich sehen und mitnehmen, denn alles ist faszinierend und interessant. Je weiter wir uns von Java weg bewegten, desto weniger sah man Muslime und fast nur noch balinesische Hindus, teilweise in farbigen Sarongs und Blumen im schwarzen Haar. Die Fahrt führte zum Wasserfall Sekumpul, der als der schönste in der Region gilt und mit 80m einer der höchsten Wasserfälle Balis ist. Das Klima wurde während des Abstiegs durch den jungleartigen Wald immer feuchter bis schließlich alle Kleider am Körper klebten. Die Natur dort lässt sich nur als wunderschön beschreiben. Die Felsen ringsrum sind von saftig, grünen Pflanzen bewachsen und hin und wieder fliegt ein leuchtend bunter Schmetterling um den Kopf und Vögel zum Himmel empor. Das Wasser rinnt nicht in Massen und laut herab, sondern durchkämmt zunächst sieben Stufen, bevor es in einem blauen Pool endet, der zum Baden einlädt. Was wir von Java nicht mehr gewohnt waren, waren die ganzen Touris, die dort für das perfekte Foto posierten und die wir unter uns auch Bali-Touris nennen.
Nach dem Geheimtipp unseres Fahrers besuchten wir noch Kaffeeplantagen, wo uns auch verschiedener Kaffee erklärt wurde, den wir auch anschließend probieren durfte. Und das sogar kostenlos! Besonders berühmt ist hier der Luwak Kaffee. Vielleicht habt ihr davon schonmal gehört. Zu Hause kostet 1kg 1000 Euro, hier 100g 20 Euro. Dies hat einen Grund: Man gibt dem Tier Luwak zunächst Kaffeebohnen zu fressen, die werden ausgeschieden und jede Bohne einzeln gesäubert. Durch die Magensäure des Tieres bekommt der Kaffee sein ganz eigenes Aroma. Ich hatte den Kaffee bereits schon auf Java probiert und er hat wirklich unglaublich gut geschmeckt!
Schon von der Kaffeeplantage hatten wir einen schönen Blick auf den Bergsee Danau Bratan an dessen Ufer der am meisten fotografierte Tempel der Insel liegt. Ohne Frage, der mehrstufigen Tempel auf dem See umgeben von bewölkten Bergen ist schön, aber die künstliche Parkanlage nimmt etwas von dem Charme.
Das erste Ziel unseres heutigen Trips waren die Reisterrassen Jatiluwih. Schon während unserer gesamten Indonesien Reise konnten wir schon Reisterrassen aus dem Autofenster während irgendwelcher Fahrten sehen, aber nun hatten wir Zeit durchzulaufen und die Arbeiter dort zu beobachten. Gegen die pralle Sonne haben sie zum Schutz die großen, spitzen, runden Hüte an und die Frauen transportieren die Ernte auf den Köpfen balancierend ab. Die Felder erstrecken sich über die Berge so unglaublich weit und grün. Das Bewässerungssystem ist ausgeklügelt. Jede Terrassenstufe wird bewässert, sodass immer irgendwo ein Plätschern zu hören ist. Unser Hauptziel für heute war die Stadt Ubud auf Zentral-Bali, das Herz der balinesischen Kunst und Kultur. Zunächst statteten wir im Affenwald Sangeh den Affen einen Besuch ab, die sogar auf unsere Schultern sprangen. Kamil, der nicht so der Affenliebhaber ist, war das gar nicht so Recht. Und man musste echt aufpassen, dass sie nichts von uns klauten. Ubud entpuppte sich als eine Stadt voller Touristen, Restaurants und veganer Cafés. Wir nennen es auch das europäisierte Indonesien. Hin und wieder läuft man an einem Tempel vorbei, wo sich Touristen ablichten lassen und die Kleidervorschriften ignorieren. Nun ja, wir waren etwas enttäuscht von dieser Stadt. Wir machten jedoch das beste daraus und genossen es einmal zwischendurch auf normalen Bürgersteigen zu laufen und eine Pizza zu essen. Nasi Goreng und Nudeln hängen uns bereits zum Halse heraus. Außerdem kann man gut Souvenirs shoppen gehen und um die Preise verhandeln, worin wir nun schon Meister sind. Heute Abend besuchten wir eine traditionelle Tanzaufführung in einem Tempel, namens Kecak-Tänze. Die Tänzer bewegten sich passend zum Gesang eines Chors um Feuer herum und erzählten dadurch eine Geschichte. Am Schluss lief sogar ein Tänzer durch glühende Kohlen. Der Tanz wird wie in Trance und zu Ehren der Götter aufgeführt.
Wir werden noch bis Samstag auf Bali sein.

Ihr hört von mir, eure Franzi

Lovina
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Buddhistischer Tempel
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Sekumpul Waterfall
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Kaffeeplantagen und Luwak
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Danau Bantan
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Reisterrassen
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Monkey Forest
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Ubud
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Kecak-Tanz
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Eingestellt von franzijacob 08:35 Kommentare (0)

Am Kraterrand aktiver Vulkane

Liebe Leser,
die letzten Tage waren sehr anstrengend aufgrund langer Fahrten und kurzer Nächte, aber auch voll schöner Erlebnisse. Unsere Zeit auf Java ist nun vorbei und wir sitzen gerade auf der Fähre nach Bali.
Am Mittwoch verließen wir die Insel Karimunjawa, jedoch nicht so wie geplant. Ursprünglich wollten wir mit einem kleinen Propellerflugzeug aufs Festland fliegen. Die Tickets kann man aber nur vor Ort am Schalter kaufen und es gibt nur 12 Plätze. Dazu kommt, dass das Flugzeug nur 2 mal in der Woche fliegt und bei unserem Glück bekamen wir leider keine Plätze mehr. Das bedeutete, dass wir am Mittwoch den ganzen Tag damit verbrachten nach Probolinggo zu fahren. Zunächst zwei Stunden mit dem Boot zurück aufs Land, dann neun Stunden mit einem Van in die Stadt Surabaya und dann nochmal zwei Stunden in die Stadt Probolinggo. Insgesamt waren das nur 400km! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie ausgereizt wir letztendlich um halb 2 in der Nacht ankamen. Die Fahrt in dem Van war mehr als nervig. Der Fahrer beschallte uns 9 Stunden lang mit indonesischer Musik, rauchte und schaltete die Klimaanlage aus. An Schlafen war auch nicht zu denken, da wir durch die schlechten Straßen durchgeschüttelt wurden. Fürs Essen war auch keine Zeit, sodass wir uns den ganzen Tag mit Kräckern über Wasser hielten. Nun ja, auch solche Tage gehören zu einer Reise dazu und sind die Erlebnisse wert. Der Grund, warum wir nach Probolinggo fuhren, war der aktive Vulkan Bromo, den wir am Donnerstag bestiegen. Er gilt als der bekannteste von allen Vulkanen Indonesiens und als der landschaftlich schönste, was wir nur bestätigen können. Da die meisten Touristen zum Sonnenaufgang herkommen, waren wir am späten Vormittag fast alleine dort. Zunächst liefen wir über ein Sandfeld, ein Resultat späterer Ausbrüche von fünf kleinen Vulkanen, wozu auch der Bromo gehört. Der feine, dunkle Vulkansand flog uns ins Gesicht und bedeckte unseren gesamten Körper für den Rest des Tages. Zudem machte uns Kathas Fuß Probleme, der durch den Rollerunfall von Schürfwunden übersät ist, die einfach nicht heilen wollen und was bei einer Wanderung äußerst unpraktisch ist. Als wir jedoch ganz oben am Kraterrand standen, waren alle Problem vergessen und der Anblick haute uns um. So etwas sieht man nicht alle Tage! Man schaut direkt in den Schlund hinein, eine sandige, steile Innenwand, woraus Schwefeldämpfe aufsteigen. Das laute Brodeln zeigte uns, wie aktiv der Vulkan ist. Er ist bereits vor 7 Jahren das letzte Mal ausgebrochen und die damalige Aussichtsplattform existiert nun nicht mehr. Außerdem hatten wir einen super Blick auf die anderen Vulkane, die ringsherum in die Höhe ragten und die Landschaft lässt sich gut mit einer Mondlandschaft vergleichen.
Doch der Bromo sollte nicht der einzige Vulkan bleiben, den wir auf Java sahen. Noch am Abend fuhren wir in die Stadt Bondowoso, wovon wir am Freitag auf den Kawah Ijen wanderten. Schon die zweistündige Fahrt führte durch schöne Reisterrassen, auf denen wieder Leute mit den spitzen, runden Hüten arbeiteten, was ich sehr interessant fande. Die Wanderung entpuppte sich als nicht schwierig, aber sehr steil. Immer höher, ringsherum grüne Berge. Wieder war der Blick vom Kraterrand oben einmalig. Man kann es kaum beschreiben oder in Fotos zusammenfassen, wie wunderschön der Ausblick war. Auch ein Grund, warum man reist - man muss es einfach selbst sehen. Der Ijen ist ganz anders als der Bromo. Man schaut vom Kraterrand nicht in einen Schlund, sondern auf einen blauen See. Doch nicht nur einfach blau, sondern eine ganz besondere Farbe hatte er. Dies kommt durch die hohe Konzentration aus Schwefel, Alaun und Gips und er wird auch als das größte Säurefass der Erde bezeichnet. Aus den Felsen neben dem Kratersee steigen gelbe Schwefeldämpfe auf, die nach faulen Eiern stanken. Deshalb mussten wir auch Gasmasken aufziehen, da die Dämpfe giftig sind. Kamil und ich stiegen bis zum See durch Geröll und Felsbrocken hinab. Aus dem See stiegen hin und wieder Blubberblasen auf. Besonders beeindruckend fanden wir die Arbeiter, die dort Tag für Tag Schwefel abbauen. Sie tragen tatsächlich 3 mal täglich 90kg schwere Körbe voller Schwefelbrocken hinauf zum Kraterrand und noch 2km weiter. Für uns unvorstellbar. Vor allem zeigte der ständige Husten, was diese Dämpfe dauerhaft der Lunge antun. Der Ijen war für uns der krönenden Abschluss unserer Reise über die indonesische Inseln Java. Wir durften das wahre Indonesien kennenlernen und schauen nun gespannt nach Vorne über das Meer auf die Insel Bali und fragen uns, welche Erlebnisse uns dort erwarten. Wir haben das Gefühl die schönsten Dinge auf Java mitgenommen zu haben und sind nun auch ein wenig fertig von den langen, langen unbequemen Fahrten und dreckigen Städten. Wir sind positiv von den freundlichen Menschen hier überrascht, die begeistert von unserer europäischen Abstammung sind und uns immer ihre Hilfe angeboten haben, auch ohne dafür Geld zu verlangen, was in Südostasien nicht selbstverständlich ist.

Viele liebe Grüße, eure Franzi

Bromo
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Kawa Ijen
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Eingestellt von franzijacob 01:56 Kommentare (0)

Unterwegs in Zentraljava

Liebe Leser,
wir sind jetzt schon seit über einer Woche hier und es ist echt Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.
Am Samstag ging es für uns weiter in die nächst größere Stadt Yogyakarta. Sie unterscheidet sich jedoch sehr von Jakarta und ist auch als Künstlerstadt bekannt. Wir schlenderten durch kleine Gässchen und erkundeten die Stadt. Natürlich herrschte auf den Hauptstraßen genauso ein chaotischer Verkehr wie in Jakarta, jedoch hatte sie einen ganz anderen Charme. Wer kein Motorrad besitzt, setzt sich einfach in eine Rikscha und kommt so für wenig Geld von A nach B. Die gibt es sowohl mit Pedale oder mit Motor. Autos scheiden aus, da man sich so nur quälend langsam durch die langen Staus fortbewegen kann. Am Abend entschieden wir uns dazu, uns ein traditionelles Schattenspiel anzusehen. Die Figuren werden handgemacht hergestellt, was circa 4 Monate in Anspruch nimmt. Das Stück wurde von Glockenklängen begleitet, die sich für unser Ohr etwas merkwürdig anhören, jedoch dem Ganzen einen exotischen Touch verliehen.
Am nächsten Morgen machten wir einen Tagestrip mit einem Fahrer zunächst nach Borobodur und dann Prambanan. In Borobodur kamen wir genau in der prallen Mittagshitze an und es war echt sehr heiß, sodass ich mir von unserem Fahrer einen Regenschirm als Sonnenschutz geliehen hab, obwohl ich die Japaner bis dahin immer dafür belächelt habe. Der steinernde Tempel Borobodur ist buddhistisch und thront auf einer Anhöhe. Da es jedoch eigentlich eine Stupa ist, kann man nicht hineingehen, sondern die steinernden Verzierungen und Statuen von außen betrachten. Obwohl sich die Touristen dort nur so tummelten und die Eintrittspreise auch entsprechend hoch sind für indonesische Verhältnisse, hat es sich auf jeden Fall gelohnt und wir auch überall als Must-See betont. Aber auch der Tempel Prambanan war einen Besuch wert. Ich fande diesen sogar aufgrund seiner spitzen Türme noch schöner und am Abend, pünktlich zum Sonnenuntergang waren auch schon die meisten Touristen weg. Wir beobachteten die Sonne, wie sie als roter Feuerball hinter dem Tempel verschwand und genossen die Stimmung. Im Gegensatz zu Borobodur ist dieser Tempel hinduistische und in jedem kleinen Innenraum kann man steinernde Götter betrachten. Auf der Rückfahrt erlebten wir noch ein kleines Abenteuer, als zunächst unser Fahrer einfach am Steuer einschlief und schon anfing zu schnarchen, was mir auf der westlichen Fahrt keine Ruhe mehr ließ. Dann wurden wir alle von einer riesigen Kakerlake aufgeschreckt, die sich wohl irgendwie in unser Auto geschlichen hatte und regelmäßig auf unsere Füße kitzelnd krabbelte.
Am Montag, unseren letzten Vormittag in Yogyakarta verbrachten wir im Sultanspalast mit Wasserschloss in der Stadt. Der Palast ist sehr schlicht gehalten und nur einstöckig gebaut. Auch wurden gerne offene, große Pavillons genutzt, wir vermuten aufgrund des tropischen Klimas. Noch immer gibt es hier einen Sultan, obwohl Indonesien eine Republik ist. Der Sultan ist jetzt Teil der Regierung. An jeder Sehenswürdigkeit wurden wir wieder angesprochen, ob man Fotos mit uns machen könne und Katha ist sogar schon im Instagram veröffentlicht worden. Manchmal nervt es schon ein bisschen, weil einfach so viele frage, aber die Leute hier sind alle so freundlich, dass man einfach nicht nein sagen kann.
Da wir heute das einzige Boot der Woche auf die Insel Karimunjava bekommen wollten, machen wir gestern nur einen reinen Fahrtag in die Stadt Jepara mit einem kurzen Zwischenstopp in Semarang, wo es noch Gebäude aus der Kolonialzeit gibt, die etwas europäischen Flair hierher bringen.
Nach dem heutigen Tag kann ich nur sagen, Karimunjava ist echt ein Traum! Wir nahmen uns zwei Roller, fuhren über die Insel und legten an mehreren Stränden Stopps ein, wo wir entspannten und badeten. Zu früh hatten wir uns auf eine erfrischende Abkühlung gefreut, denn das Meer hat hier Badewannentemperatur. Weiße Sandstrände und azurblaues Wasser Grenzen die grüne Insel ein und in drr Mitte ragt ein grüner Berg in die Höhe. Auf der Insel gibt es kaum Autos und selbst die Straßen sind nur auf Roller ausgelegt, auf welchen hier auch schon kleine Kinder durch die Gegend fahren. Trotz allem schien uns heute das Pech zu verfolgen. Zuerst hatte Kamils und mein Roller mitten in der Pampa einen Platten und wir mussten durch die Hitze weiter zum nächsten Haus schieben, wo uns netterweise der Reifen ersetzt wurde. Platten sind hier keine Seltenheit, da die Straßen teilweise so schlecht sind. Dann stürzte meine Schwester auch noch, aber sie kam zum Glück mit Schrammwunden und einem kleinen Schreck davon, vor allem weil sowas wie Helme auf dieser Insel total unbekannt sind. Trotzdem macht es einfach so einen Spaß mit dem Roller über die Insel zu fahren, weshalb wir dies auch schon oft auf Reisen gemacht haben.

Bis zum nächsten Mal, eure Franzi

Yogyakarta
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Schattenspiele
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Sultanspalast
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Borobodur und Prambanan
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Semerang
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Karimunjava
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Eingestellt von franzijacob 06:26 Kommentare (0)

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