Reise blog von Travellerspoint

Oktober 2018

Unser Highlight - Die Komodo Inseln

Liebe Leser,
unsere Reise ist nun fast vorbei und das ist hiermit leider schon der letzte Blogeintrag für dieses Jahr. Die sechs Wochen gingen so schnell vorbei, aber gleichzeitig fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, weil wir so unglaublich viel gemacht und erlebt haben.
Freitag und Samstag verbrachten wir noch auf Flores und führten unseren fünftägigen Roadtrip über die Insel Richtung Westen fort. Wir besuchten Einwohner, die den berühmten Palmenschnaps aus Kokosmilch brauten und stellten einmal mehr fest, wie wunderschön die Natur auf Flores mit all den Wasserfällen und grünen Pflanzen ist. Was ich als besonderes Erlebnis empfand, war der Besuch eines weiteren traditionellen Dorfes. Wie schon im letzten leben die Leute dort in kleinen Hüttchen mit Dächern aus Stroh. Hier wurden wir sofort von ein paar Einwohnern in eine Hütte eingeladen und kamen mit ihnen ins Gespräch. Nachdem wir den Schnaps dankend in der glühenden Mittagshitze abgelehnt hatten, wurde uns über das Leben in dem Dorf berichtet, worüber ich später noch lange nachdenken musste. Es leben nämlich sieben Familien inklusive 27 Kinder in einer Hütte! Für uns unvorstellbar. Die Jungs erzählten uns, sie gehen extra auf eine Schule, wo man englisch und deutsch lernt, um später im Tourismus arbeiten zu können. Das ist hier nämlich manchmal die einzige Chance, um sich selbst ein besseres Leben zu ermöglichen. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass es einfach nur pure Glückssache ist, wo man geboren wird und man viel dankbarer sein muss für das, was man hat. Am nächsten Tag fuhren wir noch an den berühmten Spider Reisterassen vorbei, die in Form eines Spinnennetzes angelegt wurden und machten einen Stopp bei einer Höhle, wo einst die Knochen des Homo Florensis, einer anderen Menschenart gefunden wurden. Unsere Flores Tour endete schließlich in Labuan Bajo, der westlichsten Stadt von Flores. Von dort kann man Touren in den Komodo Nationalpark machen, was auch unser Plan war. Wir buchten eine Tour für zwei Tage mit einer Nacht auf dem Boot und am Sonntag früh ging es auch schon los. Der Komodo Nationalpark besteht aus vielen kleinen Inseln, wo niemand lebt und man auf pure Natur trifft. Beispielsweise gibt es den sogenannten Komododrachen, Warane, die nur dort auf der Welt zu finden sind. Das wahre Leben dort spielt sich jedoch unter Wasser ab. Man kann dort unglaublich bunte Korallenriffe entdecken, wo man auch dem ein oder anderem Meerestier begegnet. Auf unserem Boot waren noch sieben weitere Reisende und vier Crewmitglieder inklusive Koch und Guide. Interessanterweise kam jeder aus einem anderen Land, aus China, den USA, Alaska und Frankreich, sodass wir uns gegenseitig austauschen konnten. Die Gruppe war wirklich cool und unser Guide auch, der sich gut mit der Natur und besonders mit der Unterwasserwelt auf Komodo auskannte und auch gut englisch konnte. Die Bootstour sollte wohl eines der Highlights auf unserer Reise werden und das krönenden Sahnehäubchen am Ende. Zum Einen habe ich meine Begeisterung dafür entdeckt, für längere Zeit auf einem Boot zu wohnen. Man kann jederzeit einfach ins Meer springen, um sich abzukühlen, anschließend auf dem Deck entspannen, viel Fisch essen und das Meer, welches ich liebe, ist immer um einen herum. Gerade weil unsere Gruppe so klein war, war die Stimmung untereinander immer gut. Zum anderen waren die zwei Tage voll unglaublich vieler, verschiedener Erlebnisse. Zunächst steuerten wir die Rinca Insel an, um die berühmten Komodo-Warane zu sehen. Man sagt auch, es sind Drachen, da sie ein wenig so aussehen. Die Zunge kommt hin und wieder wie bei einer Schlange heraus und die Tiere liegen faul auf dem Boden, was aber auch täuschen kann. Sie können nämlich bis zu 20kmh schnell sein und es wurden auch schon Menschen angegriffen. Aus diesem Grund blieb stets ein Ranger an unserer Seite, während wir über die Insel spazierten. Ich finde diese Tiere faszinierend, da sie zwar nur einmal im Monat fressen, aber dafür auch sich gegenseitig und sogar die eigenen Kinder! Vor unserer Ankunft hatten sie gerade einen Büffel vertilgt, die man dort auch findet. Außerdem sehen sie ein wenig aus wie eine Eidechse und auch ein wenig wie ein Krokodil. Man findet sie nur auf den Komodo Inseln und nirgends sonst auf der Welt. Nach einer weiteren Insel, wo wir auf einen Berg kletterten und von dort einen fantastischen Blick auf das klare Meer mit den Korallenriffen hatten, steuerten wir die Insel Padar an, wo das Meer ruhig ist und man die Nacht gut verbringen kann. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang flogen dutzende, riesige Fledermäuse von der Insel in den dämmrigen Himmel empor. Ungefähr eine halbe Stunde lang konnten wir dieses Spektakel beobachten, bevor es dunkel wurde. Ganz dunkel wurde es jedoch nie, denn schon zeigte sich uns ein Sternenhimmel, wie ich es noch nie in meinem Leben gesehen hatte. Wir sahen sogar die Milchstraße! Und so unglaublich viele, viele Sterne. Nachdem wir eine Nacht in unserer Bootskabine verbracht hatten, wurden wir pünktlich um 5 Uhr morgens zum Sonnenaufgang geweckt. Zusammen wanderten wir zum Aussichtspunkt auf Padar, wo man nicht nur einen fantastischen Ausblick hatte, sondern auch die aufgehende Sonne hinter dem Meer sehen konnte. Der Tag fing also schon einmal fantastisch an. Nach dem Frühstück an Board (langsam fange ich an, Nudeln auch schon zu frühstücken) ging es auch schon weiter zu einem Pinken Strand. Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Der Strand ist wirklich pink. Ich wusste es bis gestern auch noch nicht, dass es so etwas gibt. Rote Korallenreste, die sich wie Sand anfühlen, werden an die Küste gespült und so entsteht ein pinker Strand. Das Wasser ist unglaublich klar und hellblau. Manchmal fühlt man sich deshalb eher in einem Pool als im Meer. Da sich das wahre Leben der Komodo Inseln jedoch unter Wasser abspielt, standen zunächst zwei Schorchelpunkte auf dem Plan. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf einer paradiesischen Sandbank, erhofften wir uns, Mantas zu sehen. Wie schon erwähnt, hatte unser Guide wirklich viel Ahnung, wo sie zu finden sind und suchte sie vom Boot aus. Da das Wasser so klar ist, sieht man die großen, schwarzen Tiere nämlich schon tatsächlich vom Boot. Als er welche entdeckte, rief er laut “Jump” und wir sprangen samt Schnorchel ins Meer. Eine zeitlang schnorchelten wir den Mantas hinterher, die sich circa 7 Meter unter uns befanden. Weder auf den Malediven oder sonst wo hatte ich bis jetzt Mantas gesehen und ich bin glücklich, diese faszinierenden Tiere endlich mal gesehen zu haben. Doch Mantas sollten nicht die einzigen Meerestiere neben Fischen und Seesternen sein, die wir an diesem Tag sichten sollten. Der Guide schnorchelte mit uns noch weiter zu einem Punkt, wo manchmal Schildkröten zu sehen sind. Und tatsächlich sahen wir einige, die sogar manchmal an die Wasseroberfläche kamen. Die Krönung war jedoch ein Delfin, den ich zufällig im Meer entdeckte, der hin und wieder mit seiner Rückenflosse auftauchte. Ich hatte noch nie vorher Delfine im Meer gesehen. Das wir so viele Tiere entdeckten, ist jedoch nicht der Regelfall. Manchmal kommt es auch vor, dass man auf einer Tour gar keine zu Gesicht bekommt. Man befindet sich eben in der wilden Natur. Da gibt es keine Garantie und man muss einfach Glück haben. Ein wenig traurig kamen wir abends wieder im Hafen an und die Tour war schon zu Ende. Ich hätte mindestens noch eine weitere Nacht auf dem Boot verbringen können. Selbst nur damit um die verschiedenen kleinen Inseln zu schippern hat mir schon Spaß gemacht. Heute unternahmen wir noch einen Tagesausflug mit einem älteren polnischen Pärchen, mit welchem wir zufällig vor 4 Wochen auf Java im gleichen Bus saßen und uns wieder erkannten. Mit einem Boot fuhren wir zu einer Höhle. Man denkt zunächst, ganz cool, aber nichts besonderes. Wir haben auf unseren Reisen schon so viele und größere Höhlen gesehen. Das besondere ist jedoch, dass es in dieser Höhle einen Zugang zum Meer gibt und sich dort ein See mit Salzwasser gebildet hat. Man kann also in dieser Höhle schwimmen, was auch eine neue Erfahrung für uns war. Das Wasser war glasklar und von einem schönen Blau. Anschließend besuchten wir noch einen paradiesischen Strand, schnorchelten dort ein wenig, schauten uns ein weiteres Mal die bunten Korallen an und entspannten uns anschließend. Wehmütig verabschiedeten wir uns von diesem besonders schönen Flecken auf unserer Erde mit dem Gedanken, dass es morgen nach Jakarta und dann nach Hause geht.
Abschließend kann ich zu dieser Reise sagen, dass es eine der besten war, die ich bisher gemacht habe. Indonesien ist ein wunderschönes und vielseitiges Land. Jede Insel ist anders: die Menschen sind anders, die Kultur ist anders und die Insel an sich auch. Es wird also niemals langweilig! Jede Insel hielt Highlights für uns bereit: die Vulkane auf Java, die Reisterrassen auf Bali, die Traumstrände auf Lombok, die verrückte Fischerbootfahrt in Osttimor, die wunderschöne Natur auf Flores und die Komodo Inseln. Es ist unglaublich und unbeschreiblich, was wir hier sechs Wochen lang jeden Tag erleben durften. Dies zeigte mir wieder, warum ich es liebe um die Welt zu reisen. Es bedeutet für mich Freiheit, einzigartige Orte entdecken, in Kontakt mit anderen Kulturen und Menschen zu treten, neue Perspektiven und Sichtweisen auf manche Dinge zu haben und dazuzulernen. Man ist niemals derselbe Mensch, der auf die Reise aufgebrochen ist wie der, der nach der Reise wieder ins Flugzeug steigt. Verschiedene Erfahrungen und Erlebnisse prägen einen und werden für immer mir gehören, weshalb sie so wertvoll sind. Ich bin neugierig auf andere Länder und könnte morgen sofort wieder zur nächsten Reise aufbrechen. Andererseits ist es auch schön ein Zuhause zu haben, wohin man immer wieder zurückkehren kann. Am meisten werde ich den endlosen Sommer hier vermissen. Ich habe Indonesien bereits in mein Herz geschlossen und mich an das Leben dort gewöhnt. Ich kenne die aktuellen Hits und kann inzwischen auf Busfahrten schon mitsingen, 3 mal am Tag Mie Goreng (Nudeln) essen, sich durch den verrückten Verkehr kämpfen mit gefährlichen Überholmanövern und Hupkonzerten, die lauten Gebetsrufe beim Abendessen aus den Moscheen, Kinder, die mit dir Selfies machen wollen, jeden Tag den Koffer packen, um weiter zu reisen… Das und so vieles mehr werde ich vermissen.
Ich hoffe, es ist mir gelungen, liebe Leser, euch imaginär auf diese Reise mitzunehmen. Natürlich können Worte, Erzählungen oder Fotos niemals die wahren Erlebnisse ersetzen.
Deshalb packt eure Sachen und entdeckt unsere Welt. Ihr werdet es nicht bereuen! Ich habe bereits wieder Ideen für die nächste Reise…

Bis zum nächsten Jahr, eure Franzi

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Im traditionellen Dorf
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Komodo Islands
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Eingestellt von franzijacob 07:00 Kommentare (0)

Einzigartige Natur auf Flores

Liebe Leser,
seit unserer Rückkehr von Osttimor sind schon wieder einige Tage wie im Flug vergangen, von denen ich euch hier berichten werde. Am Montag landeten wir auf Bali und reisten wieder in Indonesien ein. Der Flughafen befindet sich im Süden der Insel, den wir zuvor noch gar nicht besucht hatten. In der Stadt Kuta gibt es mehr Touristen als Einwohner. Pauschalreisende treffen auf Backpacker, Luxushotels reihen sich am Strand aneinander und die Urlauber trinken Cocktails in den zahlreichen Strandbars, essen Nasi Goreng oder Burger in Restaurants oder gehen Souvenirs shoppen. Der Strand in Kuta, wo abends ordentlich gefeiert wird und der auch an den Ballermann von Mallorca erinnert, wird tagsüber am liebsten zum ersten Surfversuch genutzt. Aus diesem Grund kann man die Touristen beobachten, die sich stolz für zu viel Geld ein Surfboard leihen, sich kühn in die Wellen stürzen und von jeder einzelnen Welle umgeworfen werden. Die Könner befinden sich weiter draußen im Meer, wo die Wellen noch größer sind. Nach sagenhaften Sprüngen, klemmen sie sich ihr Brett unter den Arm, laufen oberkörperfrei durch die touristischen Gassen und lassen das ein oder andere Mädchenherz dabei höher schlagen. Auch Kamil wollte sich nach Lombok noch nicht geschlagen geben und startete noch an diesem Tag einen neuen Surfversuch. Ehrgeizig blieb er noch bis zum Sonnenuntergang dran und schaffte es dann letztendlich doch, manche Wellen mitzunehmen. Ich blieb derweil am Strand, genoss die Abendsonne und beobachtete meinen Freund als schwarzen Schatten vor der untergehenden Sonne. Ich entschied mich, dass ich auf Lombok bereits genug Salzwasser geschluckt hatte und brauchte nach den Strapazen in Osttimor etwas Entspannung.
Am Dienstag startete unser Flugzeug, zu meiner Begeisterung ein kleines mit Propellern, auf die Insel Flores. Sie sollte die letzte Insel sein, die wir auf dieser Reise besuchen würden. Am Flughafen in Maumere angekommen, erwarteten uns bereits hartnäckige Taxifahrer. Da wir schon vorher entschieden hatten, uns für die fünf Tage dort einen Privatfahrer zu nehmen wie auf Bali, handelten wir die Preise knallhart herunter und fanden schließlich einen Fahrer. Ein guter Handeltipp: Wenn jemand nicht mit deinem angebotenen Preis zufrieden ist, sich einfach bedanken und weggehen. Dann bekommt man meistens ein “okay, okay” hinterhergerufen und die Sache ist geritzt. Bevor gar nichts verdient wird, doch lieber etwas. Außerdem waren wir ja so etwas wie gefundenes Fressen. Fünf Tage nacheinander Geld zu kassieren, kommt in der Nebensaison eben nicht so oft vor. Uns erwartete auf Flores der wohl beste Road Trip unserer Reise. Das 660km lange Sträßchen führt über die gesamte Insel und man begegnet freundlichen Menschen, lebendigen Traditionen und umwerfenden Landschaften. Flores eröffnete sich uns wieder als ein ganz eigener Teil von Indonesien. Die Kultur ist anders, die Religion ist überwiegend christlich und die Menschen sind auch anders, die hier eher einen Reggae-Lifestyle haben. Die Strecke ist für Tagesetappen wie gemacht und wir befinden uns nun schon in der Inselmitte, in Bajawa. Weite Teile der Insel und ihre Wälder bleiben in Unberührtheit, denn Großstädte gibt es hier nicht. In den Dörfern leben die Menschen in einfachen Verhältnissen und arbeiten als Bauern oder Fischer. Vergeblich suchten wir beispielsweise nach einem Einkaufsmarkt. Hier muss man sich mit kleinen Ständen zufriedengeben. Wir fuhren durch die bewaldete Gebirgskette und staunten über die wunderschöne, unberührte Natur, die sich hier einem bietet. Wie auf Bali ist alles unglaublich grün, aber um einiges wilder. Man hat immer das Gefühl, man fährt mitten durch den Jungle. Hin und wieder ragen Vulkane mit 2000m in die Höhe, die ich mir hier so gerne anschaue. In den letzten drei Tagen fuhren wir also vom Osten der Insel Richtung Westen bis zur Inselmitte. Am ersten Abend lernten wir Jakub und Tania aus der Slovakei kennen, die sich am nächsten Tag mit uns ein Auto zum aktiven Vulkan Kelimutu teilen wollten. Gemeinsam bestaunten wir am Dienstag die drei Kraterseen, die alle verschiedene Farben haben. Der eine See ist derzeitig schwarz, der andere ist von einem schönen Türkis und der dritte ist blau-grau. Sie wechseln nach einiger Zeit faszinierender Weise die Farben, da das Wasser in immer tiefere Gesteinsschichten vordringt und dadurch unterschiedliche Mineralien löst. So konnten wir an diesem Tag rote und orangene Schlieren in einem der Seen erkennen. Also vielleicht ist er nächstes Jahr rot. Weiter ging unsere Fahrt mit einem kurzen Durchgangsstopp am Meer und in der größten Stadt der Insel Ende. Endlich kamen wir dann gestern Abend in Bajawa an. Wie schön die Straße auch ist, uns wird es regelmäßig aufgrund der vielen Kurven und Serpentinen schlecht und brauchen daher immer mal wieder Pausen, woraufhin unser Fahrer mit einem lauten Lachen reagiert. Bajawa liegt hoch im Gebirge und ist umgeben von Vulkanen. Das Klima ist hier etwas kühler, was sich für mich jedoch schon eiskalt anfühlte. Nach 5 Wochen 30 Grad bin ich nicht mehr nur am Schwitzen, sondern empfinde es schon als normale Temperatur. Ich habe mich an die hohe Luftfeuchtigkeit und die tägliche Hitze gewöhnt. Ich frage mich, wie ich die herbstlichen Temperaturen in Deutschland überstehen werde. Den heutigen Tag verbrachten wir in der Umgebung von Bajawa. Unser erster Weg führte uns in ein traditionelles Dorf namens Bena. Es besteht aus einigen Wohnhäusern mit Vordächern aus Bambus. Kleiner Bauten sind Geister- und Ahnenhäuschen. Zwischen den Häusern gackern Hühner oder man trocknet Nelken oder Muskatnüsse. Die Frauen beschäftigen sich meist damit, Schals zu weben, die man am Eingang aus irgendeinem Grund umgehängt bekommt und ihn im Dorf tragen muss. Nach einer kurzen Entspannung in den Heißen Quellen liefen wir durch Reisfelder noch zu einem Wasserfall. Bereits am Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück. Ihr müsst wissen, auf so einer langen Reise braucht man zwischendurch manchmal auch Zeit für sich, mal durchzuschnaufen und die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Außerdem machen besonders Kamil Nebenwirkungen der Malaria-Tabletten zu schaffen, die wir seit Osttimor regelmäßig einnehmen. Wir hoffen, das gibt sich noch mit der Zeit.
Die letzte Woche in Indonesien ist heute angebrochen und so langsam vermisse ich mein gewohntes Umfeld, meine Freunde und meine Familie. Wie jedes Jahr kehrt bei uns ab der fünften Woche die sogenannte Reisemüdigkeit ein. Die Energie nimmt langsam ab und man freut sich auf zu Hause und ich vor allem auf die europäische Küche. Jeden Morgen, wenn ich in ein komisches Toast beiße, stelle ich mir vor, es sei ein Bauernbrot mit Schinken und einem Stück Käse. Auch andere Fleischsorten als Hühnchen gibt es hier kaum und Salat und Rohkost versuchen wir aufgrund der Keime zu meiden. Es gibt viele Dinge, die wir zu Hause täglich essen und uns nichts dabei denken, die es aber hier einfach nicht gibt. Hier ernährt man sich morgens, mittags, abends von Reis, Nudeln und Hühnchen mit Gemüse, was auch lecker sein kann, aber eben wenig abwechslungsreich. Manchmal gibt es auch Western Food, als Pizza und Burger, was aber auch anders schmeckt als zu Hause. Was hier aber besonders lecker ist, sind die Früchte, wovon wir in Deutschland nur träumen können. Erst gestern wurde mir eine Mango geschenkt, die einfach nur köstlich und ein einziges Geschmackserlebnis war.

Viele liebe Grüße, eure Franzi

Kamil surfend auf Bali, Kuta
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Abflug nach Flores
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Am Strand auf Flores
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Kelimutu Vulkan mit Jakub und Tania
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Traditionelles Dorf
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Heiße Quellen
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Eingestellt von franzijacob 04:52 Kommentare (0)

Timor-Leste, das vergessene Land

Liebe Leser,
habt ihr schon einmal von dem Land Timor-Leste, auf deutsch Osttimor gehört? Nein? Das macht nicht. Ich wusste bis vor ein paar Monaten selbst nicht, dass dieses Land existiert, bis Kamil die Idee äußerte, von Indonesien einen Trip dorthin zu unternehmen. Ich stimmte zu, noch nicht genau wissend, was mich dort erwarten würde. Am Freitag nahmen wir einen Flieger von Bali zur Hauptstadt Dili. Der Plan war, dort einen Tag zu verbringen, am Samstag auf die Insel Autauro zu fahren, am Sonntag wieder zurück nach Dili und heute zurück nach Bali. Dieser Plan sollte sich nicht so ganz umsetzen lassen.
Timor-Leste ist das zweitärmste Land Asiens nach Afghanistan, was selbst in der Hauptstadt unübersehbar ist. Dili ist zwar die einzige Stadt des Landes, wo es asphaltierte Straßen gibt, trotzdem leben die Leute dort in sehr ärmlichen Verhältnissen, meist in kleinen selbstgebauten Hüttchen. Der Flughafen besteht aus einem Gate, wo dreimal die Woche Flugzeuge nach Bali fliegen. Schon am ersten Tag in Dili fiel uns auf, wie sehr sich dieses Land, die Kultur und die Menschen von Indonesien unterscheiden. Wir wurden nicht mit strahlendem Winken von den Einwohnern begrüßt, wie in Indonesien, sondern eher mit schüchternen, neugierigen Blicken. Die Leute dort sind nicht an Touristen gewöhnt, da nur selten welche die Reise dorthin unternehmen. Sie kennen “weiße Menschen” nur aus der Kolonialzeit, als Timor von den Portugiesen eingenommen wurde. Aus diesem Grund beinhaltet auch die Sprache portugiesische Wörter und man hat somit kaum noch das Gefühl in Asien zu sein, sondern vielleicht eher auf einer pazifischen Insel. Auch Zeit scheint hier ein Fremdwort zu sein, da niemand das Bedürfnis hat, sich zu beeilen. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass unser Rückflug jetzt über eine Stunde Verspätung hat. Mit so etwas muss man hier rechnen. Wir schauten uns Dili an und fuhren zu einer großen Jesus-Statue, ähnlich wie die in Rio. 95% der Einwohner sind hier nämlich katholisch. Doch warum reist man überhaupt nach Timor? Zum Einen, um das Wahre, das Unverfälschte kennenzulernen, was heutzutage nur noch wenige Länder zu bieten hat. Viele Länder sind von Touristen überrannt, wurden von anderen Kulturen beeinflusst. Zum Anderen ist das Land von einem unberührten Korallenriff umkreist, was einige Taucher anlockt. Unser Ausflug zur 30km entfernten Insel Autauro führte uns noch einmal mehr vor Augen, wie arm dieses Land ist und vor allem, dass eine Reise nach Timor nichts für Weicheier ist. Man muss sich hier darauf einstellen können, keinen Strom zu haben, kein warmes Wasser, kein Internet und keine Duschen. Selbst fließendes Wasser ist schon Luxus. Deshalb sitzen wir nun mit ungewaschenen Haaren und vom Meerwasser salzverkrusteter Haut am Flughafen. Ja, es ist so eklig, wie es sich anhört. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich auf eine Dusche auf Bali freue. Aber auch so etwas gehört zum Reisen manchmal dazu. Auf Autauro verbrachten wir den Tag am Strand. Wir schauten spielenden Kindern hinterher, die uns Malai, Malai zuriefen und fröhlich winkten. Hier spielen die Kinder noch draußen am Strand Fußball, spielen auf gestrandeten Booten oder bringen den Geschwistern Fahrradfahren bei. Fernseher, Tablets, Smartphones sind hier nämlich noch nicht angekommen. Es gibt nur eine einzige Schotterpiste auf dieser Insel, die zwei Orte auf der westlichen Seite miteinander verbindet. Die Orte bestehen aus kleinen Hüttchen, wo Familien Ziegen, Schweine und Hühner züchten. Die Leute verbringen ihre Zeit damit, zu fischen, in Dili zu arbeiten oder in den drei Unterkünften für seltene Touristen zu arbeiten. Wir fühlten uns, wie am Ende der Welt und wie im Mittelalter und freuten uns dann doch wieder auf unser Schiff am Sonntag Nachmittag. Doch es sollte alles anders kommen. Das Schiff fiel aus wegen zu hoher Wellen. Da wir heute jedoch den Rückflug nach Bali haben, waren wir etwas verzweifelt und unter Druck. Also liefen wir am Strand entlang und fragten jeden Fischer, ob er uns rüber nach Dili fahren könne. Erfolglos. Auch die Männer am Hafen waren wenig hilfreich. Würden wir für immer auf dieser gottverlassenen Insel festsitzen? Ein Angestellter unserer Unterkunft bemühte sich zum Glück aufopferunsvoll uns zu helfen. Er verbrachte die ganze Nacht am Strand, um uns um drei Uhr morgens ein Fischerboot zu organisieren. Aber auch da waren die Wellen noch zu hoch. Letztendlich fuhren wir um 7 Uhr morgens los, gerade noch rechtzeitig für unseren Flieger. Naja, ich fühlte mich nicht gerade sicher auf diesem kleinen Fischerboot. Eher wie auf einer Nussschale mitten auf dem Ozean. Die Wellen schaukelten uns zwei Stunden hin und her und ich wurde bis zur Unterhose nass. Um Abenteuer zu erleben, ist man in Osttimor genau richtig, denn da läuft nie alles nach Plan. Aber letztendlich waren wir einfach froh, wieder in Dili zu sein. Jetzt sitzen wir hier am Gate, abflugbereit und ein wenig fertig von der schlaflosen Nacht und blicken nach Vorne auf unsere verbleibenden 10 Tage in Indonesien. Den Osttimor - Trip fande ich sehr interessant, vor allem so ein unbekanntes Land kennenzulernen. Aber es ist dort eindeutig noch eine Stufe härter und anstrengender als in Indonesien. Überall, sei es am Hafen oder sonst wo, herrscht reinstes Chaos. Und es ist um einiges schwerer mit den Leuten zu kommunizieren,vielleicht wegen fehlender Englischkenntnisse oder auch wegen fehlender Hilfsbereitschaft und Introvertiertheit. Die Letzte Woche werden wir auf Flores verbringen und zum Abschluss die Komodo Inseln besuchen. Ich bin gespannt und wie immer voller Vorfreude.

Liebe Grüße, eure Franzi

P.S. Da ich von vielen meiner Freunde und Familie besorgte Nachrichten bekommen habe, ob es uns gut geht, möchte ich auch hier nochmal sagen, dass alles bestens ist. Das Erdbeben und der Tsunami waren in Sulawesi und wir sind ein ganzes Stück weiter südlich und haben davon zum Glück nichts gespürt. Wir sind auch nicht in Tsunami-Gefahr. Die Situation in Sulawesi ist im Moment wohl katastrophal und mir tun die 1000en Menschen leid, die gestorben sind oder gerade noch ums Überleben kämpfen… Indonesien liegt im sogenannten Feuerring, d.h. hier treten leider sehr oft Erdbeben auf, wobei Tsunamis fast noch eine größere Gefahr darstellen. Wir haben uns vor der Reise selbst informiert, wie man sich im Falle eines Erdbebens verhalten sollte und hier auf Bali haben wir auch schon aufgehängte Evakuierungspläne entdeckt.

Dili Ankunft am Flughafen
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Dili
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Atauro
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Wie die Menschen dort leben
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Spielende Kinder am Strand
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Unser Waschbecken und gleichzeitig auch Dusche
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Mit dem Fischerboot zurück nach Dili
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Abflug nach Bali
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Eingestellt von franzijacob 06:34 Kommentare (0)

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