Reise blog von Travellerspoint

Indonesien

Willkommen in Jakarta

Liebe Leser,

seit Dienstag sind wir nun schon in Indonesien auf Java und haben schon jeden Tag viel unternommen.
Wir entschieden uns zunächst den ersten Tag etwas ruhiger zu gestalten, da wir alle aufgrund von Jetlag, Müdigkeit und Erkältung ziemlich fertig waren. Somit erkundeten wir ein wenig die Stadt Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens. Schon beim Blick aus dem Hotelzimmer wurde uns klar, was uns erwarten würde: eine typische asiatische Großstadt. Jakarta liegt unter einer dicken Smogwolke, sodass man kaum die Skyline erkennen kann, die sich in den dunstigen Himmel erstreckt. Dutzende Motorräder schlängeln sich gefährlich durch die endlosen Staus, auch mal mit einer ganzen vierköpfige Familie beladen. Oft wird sich ein Tuch vor Mund und Nase gebunden, um sich vor den dreckigen Abgasen zu schützen. Rote Ampeln werden gnadenlos ignoriert, obwohl man als Fußgänger vielleicht eine Straße überqueren möchte. Bürgersteig gibt es auch kaum, so dass wir den Tag dann doch als etwas anstrengend empfanden. Wir kämpften uns bei 30 Grad schwüler Hitze durch die Stadt, sprangen den hupenden Autos aus dem Weg, lernten somit die indonesische Hauptstadt kennen und fanden einen ersten Einblick in die Kultur, die unserer so verschieden ist. Unser erstes Ziel war eine Moschee, die Istiqlal-Moschee, welche die größte in Südostasien ist. In einem langen Gewand konnten wir die Betenden von Oben in einer großen Halle beobachten. Männer und Frauen voneinander getrennt, in Kopftücher gehüllt, viele auch einfach schlafend. Auch einer katholischen Kirche mit asiatischen Madonnas, welche ein Überbleibsel der Kolonialzeit ist, dem Nationalmuseum, wo wir die Geschichte Indonesiens kennenlernten und dem Nationalmonument statteten wir einen Besuch ab. Am Abend schlenderten wir noch ein wenig durch Chinatown, welche sich so sehr vom Rest der Stadt unterscheidet. Wir liefen an Essensständen vorbei, wo man wirklich ein lebendes Häschen aussuchen darf, welches dann vor den eigenen Augen gekocht und frittiert wird. In Schaufenstern wird chinesischer Kitsch dargeboten und durch die engen Gassen drängen sich wieder hupend Motorräder an Fußgängern und Obstständen vorbei.
Am nächsten Tag ging es dann für uns weiter mit dem Zug in die Stadt Bandung. Wieder einmal mussten wir feststellen, dass die Fortbewegung um einiges länger dauert als bei uns, egal ob man mit Bus, Zug oder Auto unterwegs ist. Der Zug tuckerte langsam in 3 Stunden die 150 Kilometer ab. Zum ersten Mal bekamen wir einen Einblick in die grüne, von Reisfeldern bedeckte Landschaft, wo Männer mit den traditionellen spitzen, großen Hüten arbeiteten. Ab und zu ging es auch ein kleinen, dreckigen Städtchen vorbei, wo Kinder begeistert auf den Zug zeigten und uns die Armut mancher Einwohner bewusst wurde. Kleine notdürftige Hüttchen, aus Wellblech bestehend, inmitten von Müllbergen, zogen an uns vorbei. Uns ist immer wieder ein Rätsel, wie man Orte so mit Plastikmüll einmüllen kann, was nicht mit Europa vergleichbar ist. Die Aufklärung über Schmutz und Abfall fehlt hier einfach. Aber darauf muss man sich einstellen, wenn man nach Asien reist. In Bandung angekommen fuhren wir zu den heißen Quellen, was nicht so ganz unseren Erwartungen entsprach. Wir erwarteten kleine natürliche Pools inmitten von Natur, aber wir trafen so eine Art Spa an. Die Pools waren zwar natürlich, woraus heißes Wasser sprudelt, doch drumherum wurden hässliche Shops und Essensständen gebaut. Trotzdem tauchten wir unsere Füße kurz ein, was einen gewissen Entspannungsfaktor hervorrief. Nun sind wir in Parangdaran, wohin wir heute früh mit einem Minibus gefahren sind. Mit uns fuhren ein polnisches Pärchen und zwei holländische Mädels, mit denen wir auf der Fahrt etwas ins Gespräch gekommen sind. Es ist immer ganz interessant sich über Reiserouten und Erlebnisse auszutauschen, vor allem wenn man noch am Anfang der Reise steht. Nach nervenaufreibenden 7 Stunden Fahrt über hibbelig, kurvige Straßen mit wenig Platz aufgrund des vielen Gepäcks, hatten wir es endlich geschafft und vor uns erstreckte sich der indische Ozean. Menschenleere Strände, feiner Sand, aber hohe Wellen erwarteten uns. Nur ein paar Einwohner planschten im Wasser, die uns in unserem Bikini anstarren, als wären wir Aliens. Die Muslime ziehen sich nämlich wirklich nicht aus im Wasser. Sogar die Männer gehen mit der Jeans ins Meer, hegen aber zum Glück keinen Groll gegen europäische Touristen in kurzer Hose. Am meisten Fan sind hier alle von meiner großen, blonden Schwester, was hier als besonders exotisch angesehen wird. So kam es, dass wir nur in Jakarta fünf mal nach Selfies gefragt wurden. Immer wird man dafür begeistert angelächelt und dann das Foto stolz herumgezeigt.

Morgen geht's wieder weiter nach Jogyakarta.
Viele liebe Grüße, eure Franzi

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Eingestellt von franzijacob 07:38 Archiviert in Indonesien Kommentare (0)

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