Reise blog von Travellerspoint

Bali, du fruchtbare Insel

Liebe Leser,
nun sind wir schon seit Samstag auf Bali und haben hier schon einiges gesehen und die balinesische Kultur kennengelernt, die sich so sehr vom Rest Indonesiens unterscheidet. Schon auf unserer ersten Fahrt in einem klapprigen Bus vom Hafen zu der Stadt Lovina, im Norden Balis, bekamen wir einen kleinen Einblick in die Vielseitigkeit dieser Kultur. Eine Schar muslimischer Schulkinder in Kopftuch und Uniform stieg in den Bus ein und gleichzeitig legte ein Hindu Opfergaben an die Götter in seinem Vorgarten dar. Wir fuhren an Moscheen und an hinduistischen und buddhistischen Tempeln vorbei, hörten den muslimischen Gebetsruf und rochen die Räucherstäbchen. Besonders auffällig sind hier die Tempel in Miniform mit hinduistischen Götterfiguren, die vor jeder Haustür zu finden sind. Davor werden regelmäßig Blumen, Reis und Obst in einer kleinen Schale mit Räucherstäbchen geopfert.
Unsere ersten zwei Tage auf Bali verbrachten wir in Lovina, um uns etwas von den Strapazen und unserer anstrengenden Tour auf Java zu erholen und neue Kraft für unsere weitere Reise zu tanken. Lovina wurde schon früher als der Süden Balis (vielleicht ist euch Kuta bekannt) von den Holländern kolonialisiert und war früher das Touristenzentrum. Heute geht es dort jedoch eher ruhiger zu, aber natürlich trotzdem mit vielen Touristen und Restaurants und Shops an jeder Ecke. Lovina ist der Sammelbegriff vieler verschiedener Dörfer entlang der Küste. Abends kann man vom Strand aus die Fischerboote rausfahren sehen und an den Straße werden die Fische dann verkauft. Wir fanden ein super schönes Hotel für die zwei Tage mit Pool und Terrasse direkt am Meer, wo wir ausgiebig entspannten. Erwähnenswert sind die Sonnenuntergänge hier auf Bali, die ich zuvor noch nie so farbintensiv erlebt habe. Selbst wenn die Sonne schon hinter den Vulkanen Javas verschwunden ist, glüht der Himmel noch in Orange und Lila weiter bis man schließlich einen tollen Sternenhimmel inklusive Mars und Venus bewundern kann.
Wir entschieden uns für die vier darauffolgenden Tage auf Bali ein Auto plus Privatfahrer zu mieten. Im Internet wird immer wieder davor gewarnt, von der Polizei abgezockt zu werden, wenn man keinen internationalen Führerschein hat. Aus diesem Grund entschieden wir uns für den Fahrer, was auch recht günstig war und uns für die nächsten Tage entspanntes Reisen und mehr Zeit für Entdeckungstouren auf der Insel versprach, da man sich nicht immer wieder um eine neue Transportmöglichkeit kümmern musste.
Gestern ging es dann los. Wir verabschiedeten uns von unserer kleinen Entspannungsoase und erkundeten den Norden Balis. Die Region reizt ganz klar durch ihre Kontraste. In kurzer Zeit gelangt man von der heißen Küste ins kühle fruchtbare Hochland. Unser erstes Ziel war ein buddhistischer Tempel, nicht weit von Lovina und ganz anders als alle Tempel, die ich bisher gesehen hatte. Er ist nämlich wunderschön in die Natur voller bunter Blumen integriert und liegt zum größten Teil draußen. Große Buddhas schauen in die Ferne und die Idylle wird von Wassergeplätscher unterstrichen. Dieser Ort erinnerte mich wieder daran, warum ich buddhistische Tempel einfach am schönsten finde und dort zur Ruhe komme. An den heißen Quellen vorbei, wo man in drei Naturschwimmbädern baden kann, fuhren wir immer weiter ins Hochland. Bali ist eine unglaublich grüne und fruchtbare Insel. Die exotischen Pflanzen wuchern entweder in einem Jungle am Straßenrand vor sich hin oder werden ordentlich angebaut, wie Reis, Kakao und Kaffee, Erdbeeren, Ananas, Ginger und vieles mehr. Hin und wieder streiften Lianen unser Auto, als wir die kleinen kurvigen Straßen entlang fuhren. Man hat tatsächlich Angst während der Fahrt einzuschlafen, da man ja etwas verpassen könnte, was sich draußen abspielt oder was es zu sehen gibt. Sei es die balinesischen Frauen, die die Einkäufe vom Markt auf ihren Köpfen balancieren, spielende Kinder in verschlafenen Bergdörfern oder die Arbeiter auf den Reisfeldern - man möchte so viel wie möglich sehen und mitnehmen, denn alles ist faszinierend und interessant. Je weiter wir uns von Java weg bewegten, desto weniger sah man Muslime und fast nur noch balinesische Hindus, teilweise in farbigen Sarongs und Blumen im schwarzen Haar. Die Fahrt führte zum Wasserfall Sekumpul, der als der schönste in der Region gilt und mit 80m einer der höchsten Wasserfälle Balis ist. Das Klima wurde während des Abstiegs durch den jungleartigen Wald immer feuchter bis schließlich alle Kleider am Körper klebten. Die Natur dort lässt sich nur als wunderschön beschreiben. Die Felsen ringsrum sind von saftig, grünen Pflanzen bewachsen und hin und wieder fliegt ein leuchtend bunter Schmetterling um den Kopf und Vögel zum Himmel empor. Das Wasser rinnt nicht in Massen und laut herab, sondern durchkämmt zunächst sieben Stufen, bevor es in einem blauen Pool endet, der zum Baden einlädt. Was wir von Java nicht mehr gewohnt waren, waren die ganzen Touris, die dort für das perfekte Foto posierten und die wir unter uns auch Bali-Touris nennen.
Nach dem Geheimtipp unseres Fahrers besuchten wir noch Kaffeeplantagen, wo uns auch verschiedener Kaffee erklärt wurde, den wir auch anschließend probieren durfte. Und das sogar kostenlos! Besonders berühmt ist hier der Luwak Kaffee. Vielleicht habt ihr davon schonmal gehört. Zu Hause kostet 1kg 1000 Euro, hier 100g 20 Euro. Dies hat einen Grund: Man gibt dem Tier Luwak zunächst Kaffeebohnen zu fressen, die werden ausgeschieden und jede Bohne einzeln gesäubert. Durch die Magensäure des Tieres bekommt der Kaffee sein ganz eigenes Aroma. Ich hatte den Kaffee bereits schon auf Java probiert und er hat wirklich unglaublich gut geschmeckt!
Schon von der Kaffeeplantage hatten wir einen schönen Blick auf den Bergsee Danau Bratan an dessen Ufer der am meisten fotografierte Tempel der Insel liegt. Ohne Frage, der mehrstufigen Tempel auf dem See umgeben von bewölkten Bergen ist schön, aber die künstliche Parkanlage nimmt etwas von dem Charme.
Das erste Ziel unseres heutigen Trips waren die Reisterrassen Jatiluwih. Schon während unserer gesamten Indonesien Reise konnten wir schon Reisterrassen aus dem Autofenster während irgendwelcher Fahrten sehen, aber nun hatten wir Zeit durchzulaufen und die Arbeiter dort zu beobachten. Gegen die pralle Sonne haben sie zum Schutz die großen, spitzen, runden Hüte an und die Frauen transportieren die Ernte auf den Köpfen balancierend ab. Die Felder erstrecken sich über die Berge so unglaublich weit und grün. Das Bewässerungssystem ist ausgeklügelt. Jede Terrassenstufe wird bewässert, sodass immer irgendwo ein Plätschern zu hören ist. Unser Hauptziel für heute war die Stadt Ubud auf Zentral-Bali, das Herz der balinesischen Kunst und Kultur. Zunächst statteten wir im Affenwald Sangeh den Affen einen Besuch ab, die sogar auf unsere Schultern sprangen. Kamil, der nicht so der Affenliebhaber ist, war das gar nicht so Recht. Und man musste echt aufpassen, dass sie nichts von uns klauten. Ubud entpuppte sich als eine Stadt voller Touristen, Restaurants und veganer Cafés. Wir nennen es auch das europäisierte Indonesien. Hin und wieder läuft man an einem Tempel vorbei, wo sich Touristen ablichten lassen und die Kleidervorschriften ignorieren. Nun ja, wir waren etwas enttäuscht von dieser Stadt. Wir machten jedoch das beste daraus und genossen es einmal zwischendurch auf normalen Bürgersteigen zu laufen und eine Pizza zu essen. Nasi Goreng und Nudeln hängen uns bereits zum Halse heraus. Außerdem kann man gut Souvenirs shoppen gehen und um die Preise verhandeln, worin wir nun schon Meister sind. Heute Abend besuchten wir eine traditionelle Tanzaufführung in einem Tempel, namens Kecak-Tänze. Die Tänzer bewegten sich passend zum Gesang eines Chors um Feuer herum und erzählten dadurch eine Geschichte. Am Schluss lief sogar ein Tänzer durch glühende Kohlen. Der Tanz wird wie in Trance und zu Ehren der Götter aufgeführt.
Wir werden noch bis Samstag auf Bali sein.

Ihr hört von mir, eure Franzi

Lovina
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Buddhistischer Tempel
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Sekumpul Waterfall
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Kaffeeplantagen und Luwak
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Danau Bantan
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Reisterrassen
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Monkey Forest
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Ubud
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Kecak-Tanz
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Eingestellt von franzijacob 08:35 Kommentare (0)

Am Kraterrand aktiver Vulkane

Liebe Leser,
die letzten Tage waren sehr anstrengend aufgrund langer Fahrten und kurzer Nächte, aber auch voll schöner Erlebnisse. Unsere Zeit auf Java ist nun vorbei und wir sitzen gerade auf der Fähre nach Bali.
Am Mittwoch verließen wir die Insel Karimunjawa, jedoch nicht so wie geplant. Ursprünglich wollten wir mit einem kleinen Propellerflugzeug aufs Festland fliegen. Die Tickets kann man aber nur vor Ort am Schalter kaufen und es gibt nur 12 Plätze. Dazu kommt, dass das Flugzeug nur 2 mal in der Woche fliegt und bei unserem Glück bekamen wir leider keine Plätze mehr. Das bedeutete, dass wir am Mittwoch den ganzen Tag damit verbrachten nach Probolinggo zu fahren. Zunächst zwei Stunden mit dem Boot zurück aufs Land, dann neun Stunden mit einem Van in die Stadt Surabaya und dann nochmal zwei Stunden in die Stadt Probolinggo. Insgesamt waren das nur 400km! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie ausgereizt wir letztendlich um halb 2 in der Nacht ankamen. Die Fahrt in dem Van war mehr als nervig. Der Fahrer beschallte uns 9 Stunden lang mit indonesischer Musik, rauchte und schaltete die Klimaanlage aus. An Schlafen war auch nicht zu denken, da wir durch die schlechten Straßen durchgeschüttelt wurden. Fürs Essen war auch keine Zeit, sodass wir uns den ganzen Tag mit Kräckern über Wasser hielten. Nun ja, auch solche Tage gehören zu einer Reise dazu und sind die Erlebnisse wert. Der Grund, warum wir nach Probolinggo fuhren, war der aktive Vulkan Bromo, den wir am Donnerstag bestiegen. Er gilt als der bekannteste von allen Vulkanen Indonesiens und als der landschaftlich schönste, was wir nur bestätigen können. Da die meisten Touristen zum Sonnenaufgang herkommen, waren wir am späten Vormittag fast alleine dort. Zunächst liefen wir über ein Sandfeld, ein Resultat späterer Ausbrüche von fünf kleinen Vulkanen, wozu auch der Bromo gehört. Der feine, dunkle Vulkansand flog uns ins Gesicht und bedeckte unseren gesamten Körper für den Rest des Tages. Zudem machte uns Kathas Fuß Probleme, der durch den Rollerunfall von Schürfwunden übersät ist, die einfach nicht heilen wollen und was bei einer Wanderung äußerst unpraktisch ist. Als wir jedoch ganz oben am Kraterrand standen, waren alle Problem vergessen und der Anblick haute uns um. So etwas sieht man nicht alle Tage! Man schaut direkt in den Schlund hinein, eine sandige, steile Innenwand, woraus Schwefeldämpfe aufsteigen. Das laute Brodeln zeigte uns, wie aktiv der Vulkan ist. Er ist bereits vor 7 Jahren das letzte Mal ausgebrochen und die damalige Aussichtsplattform existiert nun nicht mehr. Außerdem hatten wir einen super Blick auf die anderen Vulkane, die ringsherum in die Höhe ragten und die Landschaft lässt sich gut mit einer Mondlandschaft vergleichen.
Doch der Bromo sollte nicht der einzige Vulkan bleiben, den wir auf Java sahen. Noch am Abend fuhren wir in die Stadt Bondowoso, wovon wir am Freitag auf den Kawah Ijen wanderten. Schon die zweistündige Fahrt führte durch schöne Reisterrassen, auf denen wieder Leute mit den spitzen, runden Hüten arbeiteten, was ich sehr interessant fande. Die Wanderung entpuppte sich als nicht schwierig, aber sehr steil. Immer höher, ringsherum grüne Berge. Wieder war der Blick vom Kraterrand oben einmalig. Man kann es kaum beschreiben oder in Fotos zusammenfassen, wie wunderschön der Ausblick war. Auch ein Grund, warum man reist - man muss es einfach selbst sehen. Der Ijen ist ganz anders als der Bromo. Man schaut vom Kraterrand nicht in einen Schlund, sondern auf einen blauen See. Doch nicht nur einfach blau, sondern eine ganz besondere Farbe hatte er. Dies kommt durch die hohe Konzentration aus Schwefel, Alaun und Gips und er wird auch als das größte Säurefass der Erde bezeichnet. Aus den Felsen neben dem Kratersee steigen gelbe Schwefeldämpfe auf, die nach faulen Eiern stanken. Deshalb mussten wir auch Gasmasken aufziehen, da die Dämpfe giftig sind. Kamil und ich stiegen bis zum See durch Geröll und Felsbrocken hinab. Aus dem See stiegen hin und wieder Blubberblasen auf. Besonders beeindruckend fanden wir die Arbeiter, die dort Tag für Tag Schwefel abbauen. Sie tragen tatsächlich 3 mal täglich 90kg schwere Körbe voller Schwefelbrocken hinauf zum Kraterrand und noch 2km weiter. Für uns unvorstellbar. Vor allem zeigte der ständige Husten, was diese Dämpfe dauerhaft der Lunge antun. Der Ijen war für uns der krönenden Abschluss unserer Reise über die indonesische Inseln Java. Wir durften das wahre Indonesien kennenlernen und schauen nun gespannt nach Vorne über das Meer auf die Insel Bali und fragen uns, welche Erlebnisse uns dort erwarten. Wir haben das Gefühl die schönsten Dinge auf Java mitgenommen zu haben und sind nun auch ein wenig fertig von den langen, langen unbequemen Fahrten und dreckigen Städten. Wir sind positiv von den freundlichen Menschen hier überrascht, die begeistert von unserer europäischen Abstammung sind und uns immer ihre Hilfe angeboten haben, auch ohne dafür Geld zu verlangen, was in Südostasien nicht selbstverständlich ist.

Viele liebe Grüße, eure Franzi

Bromo
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Kawa Ijen
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Eingestellt von franzijacob 01:56 Kommentare (0)

Unterwegs in Zentraljava

Liebe Leser,
wir sind jetzt schon seit über einer Woche hier und es ist echt Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.
Am Samstag ging es für uns weiter in die nächst größere Stadt Yogyakarta. Sie unterscheidet sich jedoch sehr von Jakarta und ist auch als Künstlerstadt bekannt. Wir schlenderten durch kleine Gässchen und erkundeten die Stadt. Natürlich herrschte auf den Hauptstraßen genauso ein chaotischer Verkehr wie in Jakarta, jedoch hatte sie einen ganz anderen Charme. Wer kein Motorrad besitzt, setzt sich einfach in eine Rikscha und kommt so für wenig Geld von A nach B. Die gibt es sowohl mit Pedale oder mit Motor. Autos scheiden aus, da man sich so nur quälend langsam durch die langen Staus fortbewegen kann. Am Abend entschieden wir uns dazu, uns ein traditionelles Schattenspiel anzusehen. Die Figuren werden handgemacht hergestellt, was circa 4 Monate in Anspruch nimmt. Das Stück wurde von Glockenklängen begleitet, die sich für unser Ohr etwas merkwürdig anhören, jedoch dem Ganzen einen exotischen Touch verliehen.
Am nächsten Morgen machten wir einen Tagestrip mit einem Fahrer zunächst nach Borobodur und dann Prambanan. In Borobodur kamen wir genau in der prallen Mittagshitze an und es war echt sehr heiß, sodass ich mir von unserem Fahrer einen Regenschirm als Sonnenschutz geliehen hab, obwohl ich die Japaner bis dahin immer dafür belächelt habe. Der steinernde Tempel Borobodur ist buddhistisch und thront auf einer Anhöhe. Da es jedoch eigentlich eine Stupa ist, kann man nicht hineingehen, sondern die steinernden Verzierungen und Statuen von außen betrachten. Obwohl sich die Touristen dort nur so tummelten und die Eintrittspreise auch entsprechend hoch sind für indonesische Verhältnisse, hat es sich auf jeden Fall gelohnt und wir auch überall als Must-See betont. Aber auch der Tempel Prambanan war einen Besuch wert. Ich fande diesen sogar aufgrund seiner spitzen Türme noch schöner und am Abend, pünktlich zum Sonnenuntergang waren auch schon die meisten Touristen weg. Wir beobachteten die Sonne, wie sie als roter Feuerball hinter dem Tempel verschwand und genossen die Stimmung. Im Gegensatz zu Borobodur ist dieser Tempel hinduistische und in jedem kleinen Innenraum kann man steinernde Götter betrachten. Auf der Rückfahrt erlebten wir noch ein kleines Abenteuer, als zunächst unser Fahrer einfach am Steuer einschlief und schon anfing zu schnarchen, was mir auf der westlichen Fahrt keine Ruhe mehr ließ. Dann wurden wir alle von einer riesigen Kakerlake aufgeschreckt, die sich wohl irgendwie in unser Auto geschlichen hatte und regelmäßig auf unsere Füße kitzelnd krabbelte.
Am Montag, unseren letzten Vormittag in Yogyakarta verbrachten wir im Sultanspalast mit Wasserschloss in der Stadt. Der Palast ist sehr schlicht gehalten und nur einstöckig gebaut. Auch wurden gerne offene, große Pavillons genutzt, wir vermuten aufgrund des tropischen Klimas. Noch immer gibt es hier einen Sultan, obwohl Indonesien eine Republik ist. Der Sultan ist jetzt Teil der Regierung. An jeder Sehenswürdigkeit wurden wir wieder angesprochen, ob man Fotos mit uns machen könne und Katha ist sogar schon im Instagram veröffentlicht worden. Manchmal nervt es schon ein bisschen, weil einfach so viele frage, aber die Leute hier sind alle so freundlich, dass man einfach nicht nein sagen kann.
Da wir heute das einzige Boot der Woche auf die Insel Karimunjava bekommen wollten, machen wir gestern nur einen reinen Fahrtag in die Stadt Jepara mit einem kurzen Zwischenstopp in Semarang, wo es noch Gebäude aus der Kolonialzeit gibt, die etwas europäischen Flair hierher bringen.
Nach dem heutigen Tag kann ich nur sagen, Karimunjava ist echt ein Traum! Wir nahmen uns zwei Roller, fuhren über die Insel und legten an mehreren Stränden Stopps ein, wo wir entspannten und badeten. Zu früh hatten wir uns auf eine erfrischende Abkühlung gefreut, denn das Meer hat hier Badewannentemperatur. Weiße Sandstrände und azurblaues Wasser Grenzen die grüne Insel ein und in drr Mitte ragt ein grüner Berg in die Höhe. Auf der Insel gibt es kaum Autos und selbst die Straßen sind nur auf Roller ausgelegt, auf welchen hier auch schon kleine Kinder durch die Gegend fahren. Trotz allem schien uns heute das Pech zu verfolgen. Zuerst hatte Kamils und mein Roller mitten in der Pampa einen Platten und wir mussten durch die Hitze weiter zum nächsten Haus schieben, wo uns netterweise der Reifen ersetzt wurde. Platten sind hier keine Seltenheit, da die Straßen teilweise so schlecht sind. Dann stürzte meine Schwester auch noch, aber sie kam zum Glück mit Schrammwunden und einem kleinen Schreck davon, vor allem weil sowas wie Helme auf dieser Insel total unbekannt sind. Trotzdem macht es einfach so einen Spaß mit dem Roller über die Insel zu fahren, weshalb wir dies auch schon oft auf Reisen gemacht haben.

Bis zum nächsten Mal, eure Franzi

Yogyakarta
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Schattenspiele
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Sultanspalast
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Borobodur und Prambanan
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Semerang
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Karimunjava
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Eingestellt von franzijacob 06:26 Kommentare (0)

Willkommen in Jakarta

Liebe Leser,

seit Dienstag sind wir nun schon in Indonesien auf Java und haben schon jeden Tag viel unternommen.
Wir entschieden uns zunächst den ersten Tag etwas ruhiger zu gestalten, da wir alle aufgrund von Jetlag, Müdigkeit und Erkältung ziemlich fertig waren. Somit erkundeten wir ein wenig die Stadt Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens. Schon beim Blick aus dem Hotelzimmer wurde uns klar, was uns erwarten würde: eine typische asiatische Großstadt. Jakarta liegt unter einer dicken Smogwolke, sodass man kaum die Skyline erkennen kann, die sich in den dunstigen Himmel erstreckt. Dutzende Motorräder schlängeln sich gefährlich durch die endlosen Staus, auch mal mit einer ganzen vierköpfige Familie beladen. Oft wird sich ein Tuch vor Mund und Nase gebunden, um sich vor den dreckigen Abgasen zu schützen. Rote Ampeln werden gnadenlos ignoriert, obwohl man als Fußgänger vielleicht eine Straße überqueren möchte. Bürgersteig gibt es auch kaum, so dass wir den Tag dann doch als etwas anstrengend empfanden. Wir kämpften uns bei 30 Grad schwüler Hitze durch die Stadt, sprangen den hupenden Autos aus dem Weg, lernten somit die indonesische Hauptstadt kennen und fanden einen ersten Einblick in die Kultur, die unserer so verschieden ist. Unser erstes Ziel war eine Moschee, die Istiqlal-Moschee, welche die größte in Südostasien ist. In einem langen Gewand konnten wir die Betenden von Oben in einer großen Halle beobachten. Männer und Frauen voneinander getrennt, in Kopftücher gehüllt, viele auch einfach schlafend. Auch einer katholischen Kirche mit asiatischen Madonnas, welche ein Überbleibsel der Kolonialzeit ist, dem Nationalmuseum, wo wir die Geschichte Indonesiens kennenlernten und dem Nationalmonument statteten wir einen Besuch ab. Am Abend schlenderten wir noch ein wenig durch Chinatown, welche sich so sehr vom Rest der Stadt unterscheidet. Wir liefen an Essensständen vorbei, wo man wirklich ein lebendes Häschen aussuchen darf, welches dann vor den eigenen Augen gekocht und frittiert wird. In Schaufenstern wird chinesischer Kitsch dargeboten und durch die engen Gassen drängen sich wieder hupend Motorräder an Fußgängern und Obstständen vorbei.
Am nächsten Tag ging es dann für uns weiter mit dem Zug in die Stadt Bandung. Wieder einmal mussten wir feststellen, dass die Fortbewegung um einiges länger dauert als bei uns, egal ob man mit Bus, Zug oder Auto unterwegs ist. Der Zug tuckerte langsam in 3 Stunden die 150 Kilometer ab. Zum ersten Mal bekamen wir einen Einblick in die grüne, von Reisfeldern bedeckte Landschaft, wo Männer mit den traditionellen spitzen, großen Hüten arbeiteten. Ab und zu ging es auch ein kleinen, dreckigen Städtchen vorbei, wo Kinder begeistert auf den Zug zeigten und uns die Armut mancher Einwohner bewusst wurde. Kleine notdürftige Hüttchen, aus Wellblech bestehend, inmitten von Müllbergen, zogen an uns vorbei. Uns ist immer wieder ein Rätsel, wie man Orte so mit Plastikmüll einmüllen kann, was nicht mit Europa vergleichbar ist. Die Aufklärung über Schmutz und Abfall fehlt hier einfach. Aber darauf muss man sich einstellen, wenn man nach Asien reist. In Bandung angekommen fuhren wir zu den heißen Quellen, was nicht so ganz unseren Erwartungen entsprach. Wir erwarteten kleine natürliche Pools inmitten von Natur, aber wir trafen so eine Art Spa an. Die Pools waren zwar natürlich, woraus heißes Wasser sprudelt, doch drumherum wurden hässliche Shops und Essensständen gebaut. Trotzdem tauchten wir unsere Füße kurz ein, was einen gewissen Entspannungsfaktor hervorrief. Nun sind wir in Parangdaran, wohin wir heute früh mit einem Minibus gefahren sind. Mit uns fuhren ein polnisches Pärchen und zwei holländische Mädels, mit denen wir auf der Fahrt etwas ins Gespräch gekommen sind. Es ist immer ganz interessant sich über Reiserouten und Erlebnisse auszutauschen, vor allem wenn man noch am Anfang der Reise steht. Nach nervenaufreibenden 7 Stunden Fahrt über hibbelig, kurvige Straßen mit wenig Platz aufgrund des vielen Gepäcks, hatten wir es endlich geschafft und vor uns erstreckte sich der indische Ozean. Menschenleere Strände, feiner Sand, aber hohe Wellen erwarteten uns. Nur ein paar Einwohner planschten im Wasser, die uns in unserem Bikini anstarren, als wären wir Aliens. Die Muslime ziehen sich nämlich wirklich nicht aus im Wasser. Sogar die Männer gehen mit der Jeans ins Meer, hegen aber zum Glück keinen Groll gegen europäische Touristen in kurzer Hose. Am meisten Fan sind hier alle von meiner großen, blonden Schwester, was hier als besonders exotisch angesehen wird. So kam es, dass wir nur in Jakarta fünf mal nach Selfies gefragt wurden. Immer wird man dafür begeistert angelächelt und dann das Foto stolz herumgezeigt.

Morgen geht's wieder weiter nach Jogyakarta.
Viele liebe Grüße, eure Franzi

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Eingestellt von franzijacob 07:38 Archiviert in Indonesien Kommentare (0)

Unsere Reise 2018

Liebe Leser,

herzlich Willkommen auf meinem diesjährigen Reiseblog!
Noch nie war es so schwierig sich zu entscheiden, wohin die Reise gehen soll, wie diesen Sommer. Da wir nun schon drei Mal in Folge in Asien unterwegs waren, wollten wir dieses Jahr eigentlich mal in die andere Richtung, zum Beispiel nach Kanada. Dazu ist zu sagen, dass September nicht gerade der beste Reisemonat ist. In vielen Ländern ist in dieser Zeit bereits Regenzeit oder schlechtes Wetter, weshalb Vieles ausschied. Andere Länder, wie Kanada, strichen wir von der Liste, da das Budget auf meinem Studentenkonto dafür leider nicht ausreicht. Und wieder andere Länder sind einfach zu gefährlich. Aus diesen Gründen zieht es uns wieder nach Asien, in das Land Indonesien und in den eigenen kleinen, unbekannten Staat Osttimor, schon nahe Australien. Doch nicht nur deshalb verschlägt es uns wieder dorthin, sondern auch, weil uns Asien, insbesondere Süd-Ost-Asien in seinen Bann gezogen hat. Das für uns so exotische Flair, interessante Kulturen, paradiesische Orte und sicheres Reisen hat uns um den Finger gewickelt und wird immer eine Reise wert sein.
Am 3. September geht es los! Wir starten in Frankfurt, fliegen mit Thai Airways über Bangkok, nach Jakarta, in die Hauptstadt Indonesiens. Fast 40 Tage, bis zum 11. Oktober, werden wir durch das Land reisen und neue Erfahrungen sammeln. Die Reise werde ich zusammen mit meinem Freund Kamil unternehmen und die ersten drei Wochen wird außerdem meine Schwester Katharina mitkommen.
Als wir anfingen unsere Route zu planen, standen wir vor einer großen Herausforderung. Für welche Inseln entscheiden wir uns? Das Land ist größer, als es auf der Weltkarte immer aussieht. Hinzu kommt noch, dass es aus zahlreichen Inseln besteht und somit die ein oder anderen Inlandsflüge unvermeidbar sind. Letztendlich entschieden wir uns zunächst in Java zu beginnen, wovon wir nach zwei Wochen mit dem Schiff nach Bali fahren werden. Nach einer Woche Bali steht eigentlich Lombok mit den Gili Inseln auf dem Plan. Mal schauen, ob sich die Erdbebenkatastrophe bis dahin wieder beruhigt hat, sonst lassen wir das natürlich weg. Anschließend fliegen wir von Bali nach Osttimor, um uns dort auf der kleinen, paradiesischen Insel Atauro am Strand zu entspannen. Wieder zurück auf Bali gehts weiter mit dem Flugzeug auf die Insel Flores mit dem Nationalpark Comodo, die wir in den letzten Wochen durchreisen werden.
Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass wir etwas kreuz und quer fliegen. Das liegt daran, dass von Denpasar in Bali die meisten Flüge gehen und wir immer dorthin zurückkehren müssen.
In Indonesien warten zum Einen Vulkane auf uns, wovon die meisten aktiv sind und wir deshalb noch nicht genau wissen, ob wir auf alle geplanten hinauf können. Zum Anderen werden wir natürlich viele verschiedene Tempel besichtigen und auch dem ein oder anderen Nationalpark einen Besuch abstatten. Auch Entspannung an paradiesischen Stränden und ein Probesurfen auf Bali gehören dazu. Auf jeder Insel ist außerdem die Kultur und Religion etwas anders. Während beispielsweise Java muslimisch ist, zeichnet sich Bali durch den balinesischen Hinduismus aus, der als eine der vielfältigsten Religionen der Welt beschrieben wird. Ich bin voller Vorfreude und gespannt und wie immer auch etwas aufgeregt, wie diese Reise werden wird.
Die Flüge sind bereits alle gebucht und die Reiseroute geplant. Die letzten Vorbereitungen werden noch getroffen und in zwei Wochen geht es schon endlich los. Ich melde mich wieder von Java!

Bis dahin!
Eure Franzi

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Unsere ausgewählten Inseln

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Unsere Route

Eingestellt von franzijacob 14:13 Archiviert in Deutschland Kommentare (0)

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